MW-105 Strömung für LPS- und Weichkorallen
Lernziele
Nach diesem Artikel weißt du:
- warum die richtige Strömung für LPS- und Weichkorallen so wichtig ist
- welche Wasserbewegung für LPS-Korallen geeignet ist
- welche Strömung viele Weichkorallen bevorzugen
- woran du zu starke oder zu schwache Strömung erkennst
- wie du eine Strömungspumpe richtig positionierst und ausrichtest
- warum indirekte und wechselnde Strömung häufig sinnvoll ist
- wie du die Strömung an deinen individuellen Korallenbesatz und Riffaufbau anpasst
Welche Strömung brauchen LPS- und Weichkorallen?
Die richtige Strömung ist ein entscheidender Faktor für gesunde Korallen im Meerwasseraquarium. Sie versorgt die Tiere mit Sauerstoff und Nährstoffen, transportiert Stoffwechselprodukte ab und sorgt dafür, dass sich rund um die Korallen keine Bereiche mit stehender Wasserbewegung bilden.
Dabei brauchen LPS- und Weichkorallen nicht einfach „möglichst viel Strömung“. Entscheidend ist vielmehr, wie die Strömung auf die jeweilige Koralle trifft.
LPS-Korallen reagieren häufig empfindlicher auf einen dauerhaft direkten und starken Wasserstrahl. Weichkorallen können je nach Art deutlich bewegungsfreudiger sein, profitieren aber ebenfalls von einer abwechslungsreichen und nicht permanent gleichgerichteten Wasserbewegung.
Die optimale Strömung entsteht deshalb aus einer Kombination von Strömungsstärke, Richtung, Bewegung und Pumpenposition.

Warum ist Strömung für Korallen so wichtig?
Korallen leben nicht in einem statischen Wassermilieu. Im natürlichen Lebensraum werden sie ständig von Wasser umströmt. Diese Wasserbewegung übernimmt im Aquarium mehrere wichtige Aufgaben.
Eine gute Strömung transportiert Sauerstoff und gelöste Nährstoffe zur Koralle. Gleichzeitig werden Stoffwechselprodukte aus dem unmittelbaren Bereich der Koralle abtransportiert.
Auch die Wasseroberfläche profitiert von einer guten Bewegung. Eine leicht bewegte Oberfläche unterstützt den Gasaustausch zwischen Wasser und Luft.
Die Strömung steht deshalb in engem Zusammenhang mit den allgemeinen Bedingungen im Aquarium. Auch stabile Wasserwerte sind für Korallen entscheidend. Einen Überblick über die wichtigsten Parameter findest du im MW-066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium.
Wichtig ist allerdings: Eine starke Pumpe allein bedeutet noch keine gute Strömung. Ein zu harter, punktueller Wasserstrahl kann einer Koralle sogar schaden.
LPS-Korallen brauchen eher eine sanfte und wechselnde Strömung
LPS-Korallen besitzen häufig große, fleischige Polypen. Viele Arten zeigen ihre volle Ausdehnung erst dann, wenn die Wasserbewegung zu ihnen passt.
Eine typische Fehlannahme ist, dass LPS möglichst stark angeströmt werden müssen. In vielen Fällen ist eine sanfte bis moderate, wechselnde Strömung sinnvoller als ein dauerhaft direkter Pumpenstrahl.
Die Polypen sollten sich leicht bewegen können, ohne ständig heftig in eine Richtung gedrückt zu werden.
Besonders wichtig ist der Abstand zur Strömungspumpe. Eine Koralle kann bei gleicher Pumpenleistung völlig unterschiedlich reagieren, je nachdem, ob sie wenige Zentimeter direkt vor der Pumpe oder weiter entfernt in einer indirekten Strömungszone steht.
Woran erkennst du passende Strömung bei LPS?
Bei einer gut eingestellten Strömung wirken die Polypen normalerweise natürlich bewegt. Sie werden nicht dauerhaft in eine Richtung gedrückt und ziehen sich nicht ständig zusammen.
Zeigt eine LPS dauerhaft stark eingezogene Polypen oder wird das Gewebe sichtbar gegen das Skelett gedrückt, sollte zunächst die Strömung überprüft werden.
Auch Veränderungen über mehrere Tage sind wichtig. Eine Koralle muss nicht unmittelbar nach jeder kleinen Anpassung perfekt aussehen.

Weichkorallen mögen Bewegung – aber nicht jede Art gleich
Weichkorallen sind keine einheitliche Gruppe. Je nach Art und Standort können die Ansprüche an die Wasserbewegung deutlich unterschiedlich sein.
Viele Weichkorallen zeigen bei ausreichender Strömung eine natürliche Bewegung ihrer Gewebestrukturen. Eine abwechslungsreiche Wasserbewegung kann dabei besonders interessant sein.
Wichtig ist auch hier, nicht ausschließlich auf die Pumpenleistung zu schauen. Eine Pumpe mit hoher Leistung kann bei ungünstiger Ausrichtung einen sehr konzentrierten Wasserstrahl erzeugen. Eine etwas schwächere oder anders positionierte Pumpe kann dagegen eine wesentlich passendere Strömung erzeugen.
Das Ziel sollte deshalb nicht sein, die Korallen möglichst stark zu bewegen. Entscheidend ist eine gleichmäßige, natürliche und abwechslungsreiche Wasserbewegung.
Direkte oder indirekte Strömung?
Eine der wichtigsten Fragen bei der Positionierung einer Strömungspumpe lautet: Soll die Koralle direkt angeströmt werden?
Für viele LPS-Korallen ist ein dauerhaft direkter Wasserstrahl problematisch. Besser kann eine indirekte Strömung sein, bei der das Wasser beispielsweise an der Aquarienscheibe oder an der Riffstruktur umgelenkt wird.
Dadurch verteilt sich die Energie der Strömung.
Bei Weichkorallen kann eine direkte Strömung je nach Art und Intensität funktionieren. Trotzdem sollte auch hier beobachtet werden, wie die einzelne Koralle reagiert.

Eine gute Methode ist deshalb, die Strömung nicht nur an der Pumpe, sondern am Standort der Koralle zu beurteilen.
Die Strömung sollte möglichst nicht immer gleich sein
In einem natürlichen Riff verändert sich die Wasserbewegung ständig. Auch im Aquarium kann eine wechselnde Strömung Vorteile bieten.
Wenn deine Technik eine wechselnde Strömung oder verschiedene Pumpenmodi ermöglicht, kannst du unterschiedliche Bewegungsmuster ausprobieren.
Dabei muss die Strömung nicht ständig extrem verändert werden. Schon kleine Veränderungen der Richtung und Intensität können dafür sorgen, dass die Korallen nicht permanent demselben Wasserstrom ausgesetzt sind.
Besonders interessant ist die Kombination mehrerer Strömungsrichtungen. Das Wasser trifft dann nicht immer nur aus einer Richtung auf die Korallen.
So verteilst du die Strömung im Riff
Ein häufiger Fehler ist, die Strömungspumpe so auszurichten, dass ein einzelner Bereich des Aquariums sehr stark durchströmt wird, während andere Bereiche kaum Bewegung erhalten.
Besser ist es, das gesamte Riff als Strömungsraum zu betrachten.
Das Wasser sollte möglichst durch verschiedene Bereiche des Aquariums geführt werden. Hinter größeren Steinen und in schlecht durchströmten Bereichen können sich sonst Ablagerungen sammeln.
Bei der Einrichtung solltest du deshalb bereits darauf achten, dass die Riffstruktur nicht wie eine geschlossene Wand wirkt.
Zwischen einzelnen Steinen können Durchströmungsbereiche entstehen, durch die Wasser auch in tiefer liegende Bereiche gelangt.
Die Einfahrphase spielt für die biologische Entwicklung des gesamten Systems ebenfalls eine wichtige Rolle. Mehr Informationen dazu findest du im MW-051 – Einfahrphase des Meerwasseraquariums.
Strömung richtig auf die Korallen abstimmen
Die beste Einstellung lässt sich nicht allein anhand einer Zahl bestimmen. Entscheidend ist die Reaktion der Koralle.
Beobachte deshalb regelmäßig:
- Bewegen sich die Polypen natürlich?
- Werden die Polypen dauerhaft in eine Richtung gedrückt?
- Zieht sich die Koralle bei höherer Strömung deutlich zusammen?
- Gibt es Bereiche im Aquarium, in denen sich Ablagerungen sammeln?
- Bewegt sich das Wasser auch hinter und zwischen den Riffsteinen?
- Wird die Wasseroberfläche ausreichend bewegt?
Wenn du die Strömung veränderst, solltest du möglichst nicht gleichzeitig mehrere andere Faktoren verändern. So lässt sich besser nachvollziehen, welche Anpassung tatsächlich etwas bewirkt.
Anzeichen für zu starke Strömung
Eine zu starke oder zu direkte Strömung kann sich bei Korallen unterschiedlich zeigen.
Mögliche Hinweise sind:
- Polypen werden dauerhaft stark in eine Richtung gedrückt
- LPS-Polypen bleiben ungewöhnlich stark eingezogen
- Gewebe wird sichtbar gegen das Skelett gedrückt
- Korallen reagieren unmittelbar auf den direkten Wasserstrahl
- die Koralle steht dauerhaft unter mechanischem Stress
Besonders bei LPS sollte ein harter, konzentrierter Wasserstrahl vermieden werden, wenn die Koralle darauf sichtbar negativ reagiert.
In diesem Fall hilft häufig bereits eine Veränderung der Pumpenrichtung oder des Abstands.
Anzeichen für zu wenig Strömung
Auch zu wenig Wasserbewegung kann problematisch sein.
Typische Hinweise können sein:
- Ablagerungen sammeln sich regelmäßig in bestimmten Bereichen
- Wasser steht hinter Riffsteinen nahezu still
- die Wasseroberfläche bewegt sich kaum
- Korallen zeigen dauerhaft wenig natürliche Bewegung
- Schmutz bleibt auf oder zwischen der Riffstruktur liegen
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sofort eine stärkere Pumpe notwendig ist.
Häufig reicht es, die vorhandene Pumpe anders auszurichten.
Die richtige Position der Strömungspumpe
Die Position der Strömungspumpe beeinflusst die tatsächliche Strömung oft stärker als eine kleine Veränderung der Pumpenleistung.
Eine Pumpe sollte deshalb nicht einfach direkt auf die empfindlichste Koralle zeigen.
Stattdessen kann der Wasserstrom beispielsweise gegen eine Seitenscheibe oder auf einen geeigneten Bereich der Riffstruktur gerichtet werden. Das Wasser wird dadurch umgelenkt und verteilt sich breiter.
Auch die Höhe der Pumpe spielt eine Rolle.
Eine Position näher an der Wasseroberfläche kann gleichzeitig die Oberflächenbewegung beeinflussen. Eine tiefer positionierte Pumpe kann dagegen andere Bereiche des Riffs besser erreichen.
Hier lohnt sich ausprobieren und beobachten.

Strömung und Beleuchtung gemeinsam betrachten
Korallen reagieren nicht isoliert auf einen einzelnen Faktor. Strömung, Licht und Wasserwerte bilden gemeinsam die Grundlage für die Bedingungen im Aquarium.
Auch die Beleuchtung sollte deshalb auf den Korallenbesatz abgestimmt werden. Wie du die Beleuchtung grundsätzlich planst und auf Korallen abstimmst, erfährst du im MW-090 – Beleuchtung im Meerwasseraquarium.
Gerade bei neu eingesetzten Korallen sollte man Veränderungen nicht zu schnell durchführen. Eine schrittweise Anpassung erleichtert es, die Reaktion der Tiere zu beobachten.
Wie stark sollte eine Strömungspumpe laufen?
Eine pauschale Prozentzahl, die für jedes Aquarium funktioniert, gibt es nicht.
Die notwendige Leistung hängt unter anderem ab von:
- Aquariengröße
- Form des Beckens
- Riffaufbau
- Anzahl und Position der Strömungspumpen
- Pumpentyp
- Korallenbesatz
- Position der Korallen
- gewünschtem Strömungsmuster
Deshalb ist es sinnvoller, die Strömung am Korallenstandort zu beurteilen als ausschließlich die eingestellte Pumpenleistung.
Eine große Pumpe, die weit entfernt und indirekt eingesetzt wird, kann beispielsweise eine bessere Strömung erzeugen als eine kleinere Pumpe, die direkt auf eine Koralle gerichtet ist.
Zwei Strömungspumpen können Vorteile haben
In größeren oder komplex aufgebauten Aquarien kann die Verwendung von zwei Strömungspumpen interessant sein.
Statt einen einzigen starken Wasserstrom zu erzeugen, können mehrere Pumpen unterschiedliche Strömungsrichtungen erzeugen.
Dadurch lassen sich Totzonen reduzieren und abwechslungsreichere Wasserbewegungen erzeugen.
Bei kleineren Aquarien ist dagegen nicht automatisch eine zweite Pumpe notwendig. Hier sollte zunächst geprüft werden, ob sich mit der vorhandenen Technik eine ausreichende und gleichmäßige Strömung erzeugen lässt.
Strömung nach dem Einsetzen neuer Korallen kontrollieren
Nach dem Einsetzen einer neuen Koralle solltest du ihre Position und die dort vorhandene Strömung beobachten.
Eine Koralle, die an einem anderen Standort gut funktioniert hat, muss im eigenen Aquarium nicht automatisch dieselbe Strömung benötigen.
Gerade bei LPS sollte ausreichend Abstand zu einem direkten Pumpenstrahl vorhanden sein.
Bei Weichkorallen kann dagegen eine stärkere Bewegung erwünscht sein – abhängig von der jeweiligen Art.
Deshalb gilt auch hier: Korallen beobachten und die Technik entsprechend anpassen.
Die wichtigsten Regeln für die Korallenströmung
Eine gute Strömung im Meerwasseraquarium lässt sich auf einige grundlegende Prinzipien reduzieren.
Erstens sollte das Wasser im gesamten Aquarium bewegt werden und nicht nur in einem kleinen Bereich.
Zweitens sollten empfindliche Korallen nicht dauerhaft einem konzentrierten Wasserstrahl ausgesetzt sein.
Drittens ist eine abwechslungsreiche Strömung häufig sinnvoller als ein dauerhaft identischer Wasserstrom.
Viertens sollte die Riffstruktur so aufgebaut sein, dass möglichst wenige Bereiche mit stehender Wasserbewegung entstehen.
Und fünftens sollte immer die Reaktion der einzelnen Koralle berücksichtigt werden.

Fazit: Die richtige Strömung ist eine Frage der Balance
LPS- und Weichkorallen benötigen keine möglichst starke Strömung, sondern eine passende und gut verteilte Wasserbewegung.
LPS profitieren häufig von einer sanfteren, indirekten und wechselnden Strömung. Viele Weichkorallen zeigen dagegen eine stärkere natürliche Bewegung, wobei auch hier die jeweilige Art entscheidend ist.
Am wichtigsten ist deshalb nicht die Zahl auf dem Controller, sondern das Ergebnis im Aquarium.
Beobachte deine Korallen, kontrolliere schlecht durchströmte Bereiche und passe die Pumpenposition bei Bedarf schrittweise an. So findest du mit der Zeit die Strömung, die zu deinem Riffaufbau und deinem Korallenbesatz passt.
FAQ: Strömung für LPS- und Weichkorallen
Wie viel Strömung brauchen LPS-Korallen?
LPS benötigen häufig eine sanfte bis moderate Wasserbewegung. Ein dauerhaft direkter und harter Wasserstrahl sollte vermieden werden, wenn die Koralle darauf mit starkem Einziehen oder sichtbarem mechanischem Stress reagiert.
Brauchen Weichkorallen viel Strömung?
Viele Weichkorallen kommen mit einer deutlichen Wasserbewegung gut zurecht. Die Ansprüche unterscheiden sich jedoch je nach Art. Entscheidend ist, dass die Koralle natürlich bewegt wird und nicht dauerhaft extrem in eine Richtung gedrückt wird.
Soll die Strömungspumpe direkt auf eine Koralle zeigen?
Das ist nicht grundsätzlich empfehlenswert. Besonders bei LPS kann eine indirekte Strömung besser geeignet sein. Eine Ausrichtung gegen Scheibe oder Riff kann den Wasserstrom verteilen.
Woran erkenne ich zu starke Strömung?
Wenn Polypen dauerhaft stark in eine Richtung gedrückt werden, LPS ungewöhnlich stark eingezogen bleiben oder das Gewebe sichtbar gegen das Skelett gedrückt wird, sollte die Strömung überprüft und gegebenenfalls reduziert oder anders ausgerichtet werden.
Woran erkenne ich zu wenig Strömung?
Ablagerungen in bestimmten Bereichen, kaum bewegtes Wasser hinter dem Riff oder eine sehr ruhige Wasseroberfläche können Hinweise auf zu wenig Wasserbewegung sein.
Ist wechselnde Strömung besser als eine konstante Strömung?
Eine wechselnde Wasserbewegung kann ein natürlicheres Strömungsbild erzeugen und verhindern, dass Korallen dauerhaft demselben Wasserstrom ausgesetzt sind. Sie ist aber nicht automatisch für jedes Aquarium notwendig.
Welche Strömungspumpe ist für LPS und Weichkorallen geeignet?
Das hängt von Aquariengröße, Riffaufbau, Korallenbesatz und gewünschtem Strömungsmuster ab. Nicht die maximale Pumpenleistung ist entscheidend, sondern dass sich eine gleichmäßige und für die Korallen passende Wasserbewegung erzeugen lässt.
FAQ: Strömung für LPS- und Weichkorallen
Wie viel Strömung brauchen LPS-Korallen?
LPS-Korallen benötigen eine passende Wasserbewegung, die je nach Art unterschiedlich ausfallen kann. Häufig ist eine sanfte bis moderate, eher indirekte Strömung sinnvoll. Die Polypen sollten sich natürlich bewegen können, ohne dauerhaft von einem starken Wasserstrahl in eine Richtung gedrückt zu werden.
Welche Strömung ist für Weichkorallen geeignet?
Viele Weichkorallen profitieren von einer deutlichen und abwechslungsreichen Wasserbewegung. Die Ansprüche unterscheiden sich jedoch je nach Art. Entscheidend ist, dass die Koralle natürlich bewegt wird und nicht dauerhaft unter einem extremen Direktstrahl steht.
Soll eine Strömungspumpe direkt auf LPS-Korallen gerichtet werden?
Bei vielen LPS-Korallen ist eine direkte, konzentrierte Strömung nicht ideal. Eine indirekte Strömung, beispielsweise über die Aquarienscheibe oder die Riffstruktur umgelenkt, kann die Wasserbewegung gleichmäßiger verteilen.
Woran erkenne ich zu starke Strömung bei Korallen?
Werden die Polypen dauerhaft stark in eine Richtung gedrückt, bleiben LPS ungewöhnlich stark eingezogen oder wird das Gewebe sichtbar gegen das Skelett gedrückt, sollte die Strömung überprüft werden. Auch eine dauerhaft sehr starke mechanische Bewegung kann auf eine ungünstige Pumpenposition hinweisen.
Woran erkenne ich zu wenig Strömung im Meerwasseraquarium?
Ablagerungen hinter dem Riff, kaum bewegtes Wasser in bestimmten Bereichen oder eine sehr geringe Bewegung der Wasseroberfläche können Hinweise auf zu wenig Strömung sein. Auch hier sollte zuerst die Verteilung der vorhandenen Strömung überprüft werden, bevor automatisch eine stärkere Pumpe angeschafft wird.
Ist wechselnde Strömung besser für LPS- und Weichkorallen?
Eine abwechslungsreiche Strömung kann ein natürlicheres Strömungsbild erzeugen. Unterschiedliche Strömungsrichtungen und moderate Veränderungen verhindern, dass Korallen dauerhaft exakt demselben Wasserstrom ausgesetzt sind.
Wie positioniere ich eine Strömungspumpe bei Korallen richtig?
Die Pumpe sollte so positioniert werden, dass das Wasser möglichst gleichmäßig durch das Aquarium zirkuliert. Empfindliche LPS sollten nicht unmittelbar im konzentrierten Pumpenstrahl stehen. Eine Ausrichtung gegen die Scheibe oder einen geeigneten Bereich des Riffs kann den Wasserstrom breiter verteilen.
Brauche ich zwei Strömungspumpen für ein Meerwasseraquarium?
Nicht grundsätzlich. Bei größeren oder komplex aufgebauten Aquarien können zwei Pumpen jedoch unterschiedliche Strömungsrichtungen erzeugen und schlecht durchströmte Bereiche reduzieren. Entscheidend sind Aquariengröße, Riffaufbau, Pumpenleistung und Korallenbesatz.
