MW-103 Strömungspumpe richtig dimensionieren – wie viel l/h braucht mein Aquarium?
Lernziele:
Nach diesem Artikel kannst du:
- erklären, warum das Aquarienvolumen allein nicht ausreicht, um eine Strömungspumpe zu dimensionieren.
- einen ersten Richtwert für die benötigte Strömungsleistung in l/h aus dem Beckenvolumen ableiten.
- verstehen, warum Korallenbesatz, Riffaufbau und Beckenform die tatsächlich benötigte Strömung beeinflussen.
- einschätzen, wann eine einzelne Strömungspumpe ausreicht und wann mehrere Pumpen sinnvoller sind.
- die Unterschiede zwischen theoretischer Pumpenleistung und tatsächlich wirksamer Wasserbewegung verstehen.
- erkennen, warum eine höhere l/h-Zahl nicht automatisch eine bessere Strömung bedeutet.
- die Positionierung und Ausrichtung der Strömungspumpe in die Planung einbeziehen.
- die Strömung nach der Installation beobachten und schrittweise anpassen, statt sich ausschließlich auf eine Berechnung zu verlassen.
- typische Anzeichen für zu starke, zu schwache oder ungünstig verteilte Strömung erkennen.
- anhand der eigenen Beckengröße und des Korallenbesatzes eine passende Leistungsklasse und Pumpenanzahl auswählen.
Strömungspumpe richtig dimensionieren – wie viel l/h braucht mein Aquarium?
Wie viel Leistung eine Strömungspumpe im Meerwasseraquarium benötigt, lässt sich nicht allein anhand der Literzahl des Beckens bestimmen.
Das Aquarienvolumen ist der Ausgangspunkt. Entscheidend sind zusätzlich der Riffaufbau, der Korallenbesatz, die Anzahl der Pumpen und vor allem das entstehende Strömungsbild.
Eine einfache Rechnung kann trotzdem helfen, die richtige Größenordnung zu bestimmen:
Aquarienvolumen × gewünschter Strömungsfaktor = theoretische Gesamtströmung
Bei einem 200-Liter-Aquarium und einem angenommenen Faktor von 20 ergibt sich beispielsweise:
200 × 20 = 4.000 l/h
Das ist ein Ausgangswert und keine verbindliche Vorgabe. Eine Strömungspumpe mit 4.000 l/h erzeugt nicht automatisch in jedem 200-Liter-Aquarium die gleiche Wasserbewegung.
Genau deshalb sollte die Berechnung anschließend mit dem tatsächlichen Strömungsbild im Aquarium abgeglichen werden.
Das Beckenvolumen liefert einen ersten Richtwert für die Pumpenleistung. Entscheidend ist anschließend die tatsächliche Wasserbewegung im Aquarium.Was bedeutet l/h bei einer Strömungspumpe?
Die Angabe l/h steht für Liter pro Stunde und beschreibt die Wassermenge, die eine Pumpe unter den angegebenen Bedingungen maximal bewegen kann.
Bei einer Strömungspumpe ist dieser Wert deshalb zunächst eine technische Leistungsangabe.
Er sagt aber nicht, dass an jeder Stelle des Aquariums dieselbe Strömung ankommt.
Das tatsächliche Strömungsbild wird unter anderem durch folgende Faktoren beeinflusst:
-
Position der Pumpe
-
Bauform der Pumpe
-
Riffgestein und Korallen
-
Beckenlänge und -form
-
Wasserstand
-
Anzahl der Pumpen
-
Ausrichtung der Pumpen
-
gewähltes Strömungsprogramm
Deshalb ist eine Strömungspumpe mit 10.000 l/h nicht automatisch „besser“ als ein Modell mit 5.000 l/h.
Wenn die 5.000 l/h im konkreten Aquarium besser verteilt werden, kann sie das sinnvollere Ergebnis liefern.
Die einfache Formel zur Dimensionierung
Für eine erste Orientierung kannst du mit einem Strömungsfaktor arbeiten.
Beispiel 100 Liter:
100 l × 20 = 2.000 l/h
100 l × 30 = 3.000 l/h
Beispiel 200 Liter:
200 l × 20 = 4.000 l/h
200 l × 30 = 6.000 l/h
Beispiel 300 Liter:
300 l × 20 = 6.000 l/h
300 l × 30 = 9.000 l/h
Damit bekommst du eine Größenordnung, in der du nach geeigneten Pumpen suchen kannst.
Die Zahl sollte aber nicht als starres Ziel verstanden werden.
Ein dicht aufgebautes SPS-Riff kann eine andere Strömungsplanung benötigen als ein offenes Mischbecken mit wenigen Korallen.
Wenn du noch grundsätzlicher wissen möchtest, worauf du beim Kauf achten solltest, findest du die übergeordnete Kaufberatung in MW-102 – Strömungspumpe Meerwasser: Auswahl, Leistung & Kaufberatung.
Welche Strömungsleistung für welche Beckengröße?
Eine praktische Orientierung sieht so aus:
| Aquarienvolumen | 20× Orientierung | 30× Orientierung | 40× Orientierung |
|---|---|---|---|
| 30 l | 600 l/h | 900 l/h | 1.200 l/h |
| 60 l | 1.200 l/h | 1.800 l/h | 2.400 l/h |
| 100 l | 2.000 l/h | 3.000 l/h | 4.000 l/h |
| 150 l | 3.000 l/h | 4.500 l/h | 6.000 l/h |
| 200 l | 4.000 l/h | 6.000 l/h | 8.000 l/h |
| 300 l | 6.000 l/h | 9.000 l/h | 12.000 l/h |
| 500 l | 10.000 l/h | 15.000 l/h | 20.000 l/h |
| 1.000 l | 20.000 l/h | 30.000 l/h | 40.000 l/h |
Diese Tabelle dient ausschließlich der Orientierung und Vorauswahl.
Sie bedeutet nicht, dass beispielsweise jedes 500-Liter-Aquarium eine Strömungsleistung von 15.000 l/h benötigt.
Bei großen Aquarien ist insbesondere die Frage wichtig, wie die Gesamtleistung im Aquarium verteilt wird.
Mit zunehmendem Wasservolumen steigt die mögliche Gesamtleistung, aber Beckengröße allein bestimmt nicht die optimale Strömung.Warum die Beckengröße allein nicht ausreicht
Ein 200-Liter-Aquarium kann beispielsweise völlig unterschiedlich aufgebaut sein.
Im ersten Becken befindet sich ein relativ offener Riffaufbau mit viel freiem Wasser.
Im zweiten Aquarium steht ein dichtes Riff mit vielen Steinen und Korallen.
Beide Aquarien enthalten 200 Liter Wasser.
Trotzdem kann die Wasserbewegung völlig unterschiedlich ausfallen.
Im dicht aufgebauten Riff entstehen leichter Bereiche, die von einer einzelnen Pumpe schlecht erreicht werden.
Deshalb sollte die Dimensionierung immer aus zwei Schritten bestehen:
Schritt 1: Pumpenleistung anhand des Wasservolumens grob bestimmen.
Schritt 2: Strömungsbild anhand von Riffaufbau und Korallenbesatz beurteilen.
Das verhindert den häufigen Fehler, eine Pumpe ausschließlich nach ihrer maximalen l/h-Angabe auszuwählen.
Wie viel l/h braucht ein 100-Liter-Meerwasseraquarium?
Bei 100 Litern ergeben sich beispielsweise:
-
20× = 2.000 l/h
-
30× = 3.000 l/h
-
40× = 4.000 l/h
Für ein kleines Mischbecken kann ein moderater Bereich ausreichend sein.
Bei einem stärker strömungsorientierten Aquarium kann mehr Gesamtleistung sinnvoll sein.
Besonders interessant sind hier regelbare Pumpen, weil die maximale Leistung nicht dauerhaft genutzt werden muss.
Eine Pumpe mit Leistungsreserve kann auf einem niedrigeren Niveau betrieben und später angepasst werden.
Wie viel l/h braucht ein 200-Liter-Meerwasseraquarium?
Bei 200 Litern ergeben sich:
-
20× = 4.000 l/h
-
30× = 6.000 l/h
-
40× = 8.000 l/h
Hier kann beispielsweise eine Pumpe der mittleren Leistungsklasse interessant sein.
Eine Deltec Jecod MLW 5 ist im Shop mit maximal 3.000 l/h gelistet. Eine Deltec Jecod MOW 5 erreicht laut Produktangabe bis zu 5.000 l/h.
Welche davon sinnvoller ist, hängt vom konkreten Aquarium ab.
Bei einem offenen 200-Liter-Mischbecken kann eine einzelne Pumpe ausreichend sein. Bei einem stark strukturierten Riff kann eine andere Pumpenkonfiguration sinnvoller sein.
Wie viel l/h braucht ein 300-Liter-Meerwasseraquarium?
Bei 300 Litern ergeben sich:
-
20× = 6.000 l/h
-
30× = 9.000 l/h
-
40× = 12.000 l/h
Hier wird die Frage nach der Pumpenanzahl zunehmend interessant.
Statt einer einzelnen Pumpe mit sehr hoher Leistung können beispielsweise zwei Pumpen eingesetzt werden.
Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Wasserbewegung kann aus unterschiedlichen Richtungen kommen.
So lassen sich Bereiche hinter dem Riff und zwischen den Korallen besser erreichen.
Wie viel l/h braucht ein 500-Liter-Meerwasseraquarium?
Bei 500 Litern ergeben sich rechnerisch:
-
20× = 10.000 l/h
-
30× = 15.000 l/h
-
40× = 20.000 l/h
Bei dieser Beckengröße sollte die Gesamtleistung nicht einfach mit einer einzigen Pumpe abgedeckt werden.
Zwei oder mehrere Pumpen können eine bessere Verteilung ermöglichen.
Auch die Form des Beckens spielt jetzt eine deutlich größere Rolle.
Ein langes Aquarium benötigt möglicherweise ein anderes Pumpenkonzept als ein vergleichsweise tiefes Becken.
Wie viel l/h braucht ein 1.000-Liter-Meerwasseraquarium?
Bei 1.000 Litern ergeben sich rechnerisch:
-
20× = 20.000 l/h
-
30× = 30.000 l/h
-
40× = 40.000 l/h
Bei einem solchen Aquarium sollte die Planung nicht mehr von einer einzelnen Pumpe ausgehen.
Die Gesamtleistung wird sinnvollerweise auf mehrere Strömungsquellen verteilt.
Dadurch kann die Wasserbewegung gezielter durch das Riff geführt werden.
Eine große oder mehrere kleinere Pumpen?
Nehmen wir ein Aquarium mit einem theoretischen Gesamtbedarf von 10.000 l/h.
Du könntest beispielsweise eine einzelne Pumpe mit 10.000 l/h einsetzen.
Oder du verteilst die Leistung:
2 × 5.000 l/h = 10.000 l/h
Rechnerisch ist die Gesamtleistung gleich.
Im Aquarium entsteht aber ein anderes Strömungsbild.
Die beiden Pumpen können an unterschiedlichen Positionen angebracht werden und das Wasser aus unterschiedlichen Richtungen bewegen.
Gerade bei einem komplexen Riffaufbau kann das ein großer Vorteil sein.
Die gleiche theoretische Gesamtleistung kann durch mehrere Pumpen besser im Aquarium verteilt werden.Wann ist eine einzelne Strömungspumpe sinnvoll?
Eine einzelne Pumpe kann sinnvoll sein, wenn:
-
das Aquarium relativ klein ist,
-
der Riffaufbau offen gestaltet ist,
-
die Pumpe große Bereiche erreicht,
-
keine ausgeprägten Totzonen entstehen,
-
der Korallenbesatz die Wasserbewegung nicht stark abschirmt.
Das ist vor allem bei kleineren Aquarien häufig eine praktikable Lösung.
Wann sind zwei Strömungspumpen besser?
Zwei Pumpen können Vorteile bieten, wenn:
-
das Aquarium länger ist,
-
das Riff stark strukturiert ist,
-
sich hinter dem Riff Totzonen bilden,
-
unterschiedliche Strömungsrichtungen gewünscht sind,
-
der Korallenbestand dicht wird,
-
eine einzelne Pumpe nur mit hoher Leistung betrieben werden müsste.
Dabei müssen die Pumpen nicht zwingend dieselbe Leistung besitzen.
Entscheidend ist, wie sie gemeinsam das Strömungsbild erzeugen.
Wie viel Strömung brauchen SPS-Korallen?
SPS-Aquarien werden häufig mit einer stärkeren und dynamischeren Wasserbewegung betrieben.
Bei SPS ist deshalb nicht nur die Gesamtleistung wichtig.
Die Strömung sollte möglichst viele Bereiche des Korallenbestands erreichen.
Eine einzelne starke Pumpe kann dabei einen konzentrierten Wasserstrahl erzeugen, während mehrere regelbare Pumpen eine breitere Verteilung ermöglichen können.
Wenn SPS den Schwerpunkt deines Aquariums bilden, geht MW-104 noch genauer auf die Strömungsplanung für SPS-Korallen ein.
Wie viel Strömung brauchen LPS und Weichkorallen?
LPS und viele Weichkorallen werden häufig mit moderaterer Strömung gepflegt.
Hier sollte besonders darauf geachtet werden, dass kein harter Wasserstrahl dauerhaft direkt auf ein Tier trifft.
Eine geringere Pumpenleistung kann deshalb sinnvoller sein als die maximale Leistung einer sehr großen Pumpe.
Für die speziellen Anforderungen dieser Korallengruppen ist MW-105 – Strömung für LPS und Weichkorallen vorgesehen.
Welche Rolle spielt die Regelbarkeit?
Eine regelbare Strömungspumpe bietet einen entscheidenden Vorteil bei der Dimensionierung.
Du kannst eine Pumpe mit Leistungsreserve kaufen und sie zunächst deutlich unter ihrer maximalen Leistung betreiben.
Das ist beispielsweise interessant, wenn:
-
das Aquarium noch nicht vollständig besetzt ist,
-
Korallen später wachsen,
-
der Riffaufbau verändert wird,
-
die Strömung schrittweise erhöht werden soll.
Die maximale Leistung ist damit nicht das tägliche Betriebsziel.
Sie ist vielmehr eine Reserve für spätere Anpassungen.
Welche Strömungspumpe passt zu 3.000 l/h?
Wenn deine erste Berechnung beispielsweise rund 3.000 l/h ergibt, kann eine Pumpe mit maximal 3.000 l/h grundsätzlich in die Auswahl kommen.
Die Deltec Jecod MLW 5 ist im Sortiment mit maximal 3.000 l/h gelistet. Sie liegt damit genau in dieser Leistungsklasse.
Das bedeutet aber nicht, dass sie automatisch für jedes Aquarium mit einem errechneten Bedarf von 3.000 l/h geeignet ist.
Riffaufbau und Korallenbesatz müssen weiterhin berücksichtigt werden.
Welche Strömungspumpe passt zu 5.000 l/h?
Bei einer theoretisch benötigten Gesamtleistung von etwa 5.000 l/h ist beispielsweise die Deltec Jecod MOW 5 interessant. Sie wird im Sortiment mit maximal 5.000 l/h und 12 W geführt.
Bei einem offenen Riffaufbau kann eine solche Pumpe als einzelne Strömungsquelle sinnvoll sein.
Bei einem stärker strukturierten Aquarium kann dagegen die Verteilung auf zwei Pumpen die bessere Lösung sein.
Welche Strömungspumpe passt zu etwa 6.000–10.000 l/h?
In diesem Bereich wird die Auswahl bereits vielfältiger.
Die Deltec Jecod SLW-10 M gehört zu den regelbaren Propellerpumpen im Sortiment. Für höhere Leistungsklassen stehen außerdem Modelle wie die SLW 20 und SLW-30 zur Verfügung. Die SLW-30 ist im Shop mit bis zu 13.000 l/h angegeben.
Hier sollte die Auswahl besonders nach dem gewünschten Strömungsbild erfolgen.
Wenn du eine breite Wasserbewegung durch ein Riff erzeugen möchtest, kann ein anderes Pumpenkonzept sinnvoll sein als bei einer stärker gerichteten Strömung.
Welche Strömungspumpe für 10.000 bis 20.000 l/h?
Bei dieser Größenordnung sollte zunächst geklärt werden, ob die Gesamtleistung mit einer oder mehreren Pumpen erzeugt werden soll.
Eine einzelne leistungsstarke Pumpe kann zwar die notwendige l/h-Zahl erreichen.
Mehrere Pumpen können jedoch eine bessere räumliche Verteilung ermöglichen.
Im Sortiment gibt es dafür unterschiedliche Leistungsklassen, beispielsweise die JECOD SLW-Serie und regelbare Giesemann-Modelle. Die Giesemann Octo Pulse OP 2 wird aktuell mit 6.000 l/h geführt, die OP 4 mit 17.000 l/h.
Strömungspumpe für ein Nano-Meerwasseraquarium dimensionieren
Bei Nanoaquarien ist die Dimensionierung besonders sensibel.
Ein kleiner Unterschied bei der Pumpenleistung kann das gesamte Aquarium deutlich verändern.
Bei 30 Litern ergeben sich beispielsweise:
30 × 20 = 600 l/h
30 × 30 = 900 l/h
30 × 40 = 1.200 l/h
Hier ist eine fein regelbare Pumpe häufig interessanter als ein Modell, das nur mit einer hohen festen Leistung betrieben werden kann.
Das gilt besonders dann, wenn empfindliche LPS oder andere Tiere mit geringerer Strömung gepflegt werden.
Woran erkenne ich zu wenig Strömung?
Eine zu geringe oder ungünstig verteilte Strömung kann sich beispielsweise dadurch zeigen, dass:
-
sich Mulm regelmäßig an bestimmten Stellen sammelt,
-
hinter dem Riff kaum Wasserbewegung erkennbar ist,
-
feine Partikel dauerhaft liegen bleiben,
-
einzelne Bereiche des Aquariums kaum durchströmt werden,
-
die Wasserbewegung im Korallenbestand sehr gering ist.
Wichtig: Nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch, dass die Pumpe zu klein ist.
Manchmal ist lediglich die Position falsch.
Bevor du eine stärkere Pumpe kaufst, solltest du deshalb die Positionierung prüfen.
Woran erkenne ich zu starke Strömung?
Auch zu viel beziehungsweise zu konzentrierte Strömung kann problematisch sein.
Mögliche Hinweise:
-
Korallen werden dauerhaft stark in eine Richtung gedrückt,
-
einzelne Tiere werden direkt von einem harten Wasserstrahl getroffen,
-
Sand wird ständig aufgewirbelt,
-
Korallen zeigen eine ungewöhnlich starke oder ungleichmäßige Bewegung.
In diesem Fall kann es sinnvoller sein, die Pumpe anders auszurichten oder herunterzuregeln.
Eine größere Pumpe ist dann nicht die Lösung.
Warum eine hohe l/h-Zahl nicht automatisch besser ist
Die häufigste Fehlannahme bei der Dimensionierung lautet:
Mehr l/h = bessere Strömung.
Das stimmt nicht.
Die Aufgabe einer Strömungspumpe besteht nicht darin, möglichst viel Wasser durch das Aquarium zu drücken.
Sie soll eine für das jeweilige Aquarium geeignete Wasserbewegung erzeugen.
Eine zu starke, punktuelle Strömung kann genauso ungeeignet sein wie eine zu schwache.
Das Ziel ist eine gleichmäßige, kontrollierte und zum Korallenbesatz passende Wasserbewegung.
Die richtige Einstellung nach der Berechnung
Die Berechnung ist erst der Anfang.
Nach der Montage solltest du die Pumpe zunächst moderat einstellen und anschließend beobachten.
Prüfe:
-
Werden alle Bereiche des Riffs erreicht?
-
Gibt es Totzonen?
-
Sammeln sich Ablagerungen?
-
Werden Korallen zu stark angeströmt?
-
Bewegt sich das Wasser abwechslungsreich?
-
Wird Sand unnötig aufgewirbelt?
Danach kann die Leistung schrittweise angepasst werden.

Die berechnete Pumpenleistung ist ein Startpunkt. Die endgültige Einstellung erfolgt anhand des tatsächlichen Strömungsbildes.Die richtige Strömungspumpe auswählen
Nach der Berechnung kannst du die Auswahl auf einige wichtige Kriterien reduzieren:
Beckenvolumen: Wie viel Wasser muss bewegt werden?
Korallenbesatz: Welche Strömungsstärke und Dynamik wird benötigt?
Riffaufbau: Gibt es viele Strömungsschatten?
Pumpenanzahl: Reicht eine Pumpe oder ist eine Verteilung auf mehrere Pumpen sinnvoll?
Regelbarkeit: Kann die Leistung fein genug angepasst werden?
Strömungsbild: Erzeugt die Pumpe eine breite, gerichtete oder dynamische Wasserbewegung?
Leistungsreserve: Gibt es genügend Spielraum für das Wachstum des Riffs?
Eine Auswahl nach diesen Kriterien ist sinnvoller als der Kauf ausschließlich nach der höchsten l/h-Zahl.
Produktempfehlungen nach Leistungsklasse
Für die praktische Auswahl findest du bei Korallenableger unterschiedliche Pumpenklassen.
Im Bereich um 3.000 l/h ist beispielsweise die Deltec Jecod MLW 5 interessant.
Bei rund 5.000 l/h bietet sich die Deltec Jecod MOW 5 als Beispiel für diese Leistungsklasse an.
Für eine regelbare Propellerpumpe mit höherer Leistungsreserve kommt beispielsweise die Deltec Jecod SLW-10 M infrage.
Für höhere Leistungsbereiche stehen mit der SLW 20 und der SLW-30 bis 13.000 l/h weitere Optionen zur Verfügung.
Bei größeren Aquarien kann außerdem die Kombination mehrerer Pumpen sinnvoller sein als eine einzelne sehr leistungsstarke Pumpe.
Alle Strömungspumpen für Meerwasseraquarien ansehen
Fazit: Wie viel l/h braucht dein Meerwasseraquarium?
Die wichtigste Erkenntnis lautet:
Es gibt keine einzelne l/h-Zahl, die für jedes Meerwasseraquarium richtig ist.
Das Beckenvolumen liefert einen sinnvollen Ausgangspunkt für die Berechnung.
Danach müssen Riffaufbau, Korallenbesatz, Pumpenanzahl und Strömungsbild berücksichtigt werden.
Eine gute Dimensionierung besteht deshalb aus drei Schritten:
1. Volumen berechnen.
2. passende Leistungsklasse auswählen.
3. Strömung im Aquarium beobachten und fein einstellen.
Wenn du diese drei Schritte kombinierst, kannst du die Strömungspumpe deutlich gezielter auswählen als mit einer reinen Liter-pro-Stunde-Regel.
FAQ: Strömungspumpe richtig dimensionieren
Wie viel l/h braucht ein 100-Liter-Meerwasseraquarium?
Als erste Orientierung können 20–30× des Wasservolumens betrachtet werden. Das entspricht bei 100 Litern etwa 2.000–3.000 l/h. Der tatsächliche Bedarf hängt vom Riffaufbau und Korallenbesatz ab.
Wie viel l/h braucht ein 200-Liter-Meerwasseraquarium?
Bei 20–30× ergeben sich etwa 4.000–6.000 l/h als erste Orientierung. Bei einem stark strukturierten oder SPS-dominierten Aquarium kann die erforderliche Gesamtleistung höher liegen.
Wie viel l/h braucht ein 300-Liter-Meerwasseraquarium?
Bei 20–30× ergeben sich etwa 6.000–9.000 l/h. Bei stärker strömungsorientierten SPS-Becken kann ein höherer Bereich sinnvoll sein.
Wie viel l/h braucht ein 500-Liter-Meerwasseraquarium?
Bei 20–30× ergeben sich rechnerisch 10.000–15.000 l/h. Bei dieser Beckengröße sollte zusätzlich geprüft werden, ob mehrere Pumpen für eine bessere Verteilung sinnvoll sind.
Welche Strömungspumpe für 100 Liter?
Für 100 Liter sind kompakte und regelbare Modelle interessant. Entscheidend ist, dass die Pumpe ausreichend fein eingestellt werden kann und das gewünschte Strömungsbild erzeugt.
Welche Strömungspumpe für 200 Liter?
Für 200 Liter kommen verschiedene Pumpen der mittleren Leistungsklasse infrage. Je nach Riffaufbau kann eine einzelne Pumpe oder eine Kombination aus zwei Pumpen sinnvoll sein.
Welche Strömungspumpe für 300 Liter?
Bei 300 Litern sollte neben der Gesamtleistung besonders die Verteilung berücksichtigt werden. Zwei Pumpen können bei einem komplexen Riffaufbau Vorteile bieten.
Brauchen SPS mehr Strömung als LPS?
SPS werden häufig bei stärkerer und dynamischerer Wasserbewegung gepflegt. LPS werden häufig mit moderaterer Strömung gehalten. Die konkrete Einstellung muss jedoch immer zum jeweiligen Korallenbestand passen.
Sind zwei Strömungspumpen besser als eine?
Nicht automatisch. Zwei Pumpen können die Wasserbewegung besser verteilen und unterschiedliche Strömungsrichtungen erzeugen. Eine einzelne Pumpe kann bei einem passenden kleinen oder offenen Aquarium völlig ausreichend sein.
Ist eine regelbare Strömungspumpe sinnvoll?
Ja. Sie ermöglicht eine feinere Anpassung der Wasserbewegung und bietet Leistungsreserve für ein wachsendes Riff.
Was bedeutet 30× Strömung?
30× bedeutet, dass die theoretische Gesamtströmung dem 30-Fachen des Aquarienvolumens entspricht. Bei 300 Litern wären das beispielsweise 9.000 l/h.
Ist mehr l/h immer besser?
Nein. Eine hohe Leistung kann zu einer zu starken oder zu konzentrierten Strömung führen. Entscheidend ist das tatsächliche Strömungsbild.
Wie erkenne ich eine zu schwache Strömung?
Ablagerungen, Mulm hinter dem Riff und dauerhaft kaum bewegte Bereiche können Hinweise sein. Zuerst sollte jedoch die Pumpenposition überprüft werden.
Wie erkenne ich eine zu starke Strömung?
Wenn Korallen dauerhaft stark gedrückt werden, Sand aufgewirbelt wird oder ein harter Wasserstrahl direkt auf empfindliche Tiere trifft, kann die Strömung zu stark oder ungünstig ausgerichtet sein.
Wissenscheck
1. Was ist der Ausgangspunkt für die Dimensionierung einer Strömungspumpe?
A. Der Preis der Pumpe
B. Das Aquarienvolumen
C. Die Farbe der Pumpe
D. Die Größe des Controllers
Richtige Antwort: B
2. Was bedeutet die Angabe l/h?
A. Liter pro Stunde
B. Liter pro Höhe
C. Leistung pro Kilogramm
D. Liter pro Heizleistung
Richtige Antwort: A
3. Wie berechnet man einen einfachen theoretischen Strömungswert?
A. Volumen × Strömungsfaktor
B. Volumen ÷ Strömungsfaktor
C. Pumpenpreis × Volumen
D. Beckenlänge × Pumpenpreis
Richtige Antwort: A
4. Wie viel ergeben 300 Liter bei einem Faktor von 30?
A. 3.000 l/h
B. 6.000 l/h
C. 9.000 l/h
D. 30.000 l/h
Richtige Antwort: C
5. Warum ist der berechnete Wert nur eine Orientierung?
A. Weil das Strömungsbild von weiteren Faktoren abhängt
B. Weil l/h keine Einheit ist
C. Weil Pumpen keine Leistung besitzen
D. Weil Meerwasser keine Strömung benötigt
Richtige Antwort: A
6. Wann können zwei Pumpen sinnvoll sein?
A. Bei komplexen Riffaufbauten und größeren Aquarien
B. Immer bei 30 Litern
C. Nur bei Süßwasser
D. Nur wenn eine Pumpe kaputt ist
Richtige Antwort: A
7. Was ist ein Vorteil einer regelbaren Pumpe?
A. Die Leistung kann an das Aquarium angepasst werden
B. Sie muss nie gereinigt werden
C. Sie erzeugt immer maximale Strömung
D. Sie ersetzt den Abschäumer
Richtige Antwort: A
8. Was kann auf eine Strömungs-Totzone hinweisen?
A. Wiederkehrende Ablagerungen an derselben Stelle
B. Helles Licht
C. Hohe Wassertemperatur
D. Ein voller Futterautomat
Richtige Antwort: A
9. Was sollte bei zu starker Strömung zuerst geprüft werden?
A. Position und Einstellung der Pumpe
B. Die Salzmenge
C. Die Beleuchtungsfarbe
D. Die Größe des Technikbeckens
Richtige Antwort: A
10. Was ist wichtiger als eine möglichst hohe l/h-Zahl?
A. Ein zum Aquarium passendes Strömungsbild
B. Der größte mögliche Motor
C. Der höchste Preis
D. Die längste Kabellänge
Richtige Antwort: A
