Salzgehalt im Meerwasseraquarium – Salinität und Dichte richtig einstellen

Das erwartet Sie in diesem Artikel

Nach dem Lesen dieses Artikels wissen Sie:

  • welcher Salzgehalt für ein Meerwasseraquarium optimal ist,
  • worin sich Salzgehalt, Salinität und Dichte unterscheiden,
  • wie Sie die Salinität zuverlässig messen,
  • welche Messgeräte sich in der Praxis bewährt haben,
  • wie Sie einen zu hohen oder zu niedrigen Salzgehalt sicher korrigieren,
  • welche typischen Messfehler vermieden werden sollten,
  • wie Sie dauerhaft stabile Werte für Korallen, Fische und Wirbellose erreichen.

Einleitung

Der Salzgehalt gehört zu den wichtigsten Wasserwerten im Meerwasseraquarium. Er beeinflusst nahezu alle biologischen Prozesse und bildet die Grundlage für ein stabiles Ökosystem. Korallen, Fische und Wirbellose sind an die konstanten Bedingungen tropischer Korallenriffe angepasst und reagieren empfindlich auf größere Schwankungen.

In der Meerwasseraquaristik werden häufig die Begriffe Salzgehalt, Salinität und Dichte verwendet. Obwohl sie unterschiedliche Messgrößen beschreiben, verfolgen sie in der Praxis dasselbe Ziel: den Salzgehalt des Aquarienwassers möglichst konstant auf einem optimalen Niveau zu halten.

Ein dauerhaft stabiler Salzgehalt unterstützt nicht nur die Gesundheit der Aquarienbewohner, sondern beeinflusst auch andere Wasserwerte wie Karbonathärte (KH), Calcium und Magnesium. Einen Überblick über das Zusammenspiel aller wichtigen Wasserparameter finden Sie im Artikel MW066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium.

In diesem Artikel erfahren Sie, welcher Salzgehalt empfohlen wird, wie Sie ihn richtig messen und welche Maßnahmen bei Abweichungen sinnvoll sind.

Tropisches Korallenriff geht nahtlos in ein modernes Meerwasseraquarium über und symbolisiert den optimalen Salzgehalt.

Ein stabiler Salzgehalt orientiert sich an den natürlichen Bedingungen tropischer Korallenriffe und bildet die Grundlage für ein gesundes Meerwasseraquarium.


Inhaltsverzeichnis

(WordPress-Ausgabe)


Warum ist der Salzgehalt im Meerwasseraquarium so wichtig?

Der Salzgehalt bestimmt die Konzentration der im Wasser gelösten Salze und beeinflusst damit nahezu alle biologischen und chemischen Prozesse im Aquarium. Bereits geringe Abweichungen können den Wasserhaushalt von Korallen, Fischen und Wirbellosen beeinträchtigen.

Besonders empfindliche Steinkorallen reagieren häufig mit einem verminderten Polypenbild, Farbverlust oder reduziertem Wachstum. Auch Fische müssen bei starken Schwankungen mehr Energie aufwenden, um ihren Salz- und Wasserhaushalt zu regulieren. Dauerhafter Stress kann die Widerstandskraft der Tiere gegenüber Krankheiten verringern.

Der Salzgehalt beeinflusst außerdem die Konzentration vieler weiterer Wasserparameter. Deshalb sollte er niemals isoliert betrachtet werden. Wie Karbonathärte (KH), Calcium und Magnesium zusammenwirken, erfahren Sie in den Artikeln MW068 – KH (Karbonathärte), MW069 – Calcium und MW070 – Magnesium.

Merke: Ein dauerhaft stabiler Salzgehalt ist wichtiger als das exakte Erreichen eines einzelnen Idealwertes.


Kompass auf einer Seekarte mit der Markierung 35 PSU als Symbol für den optimalen Salzgehalt

Wie ein Kompass gibt der richtige Salzgehalt die Richtung für ein stabiles und gesundes Meerwasseraquarium vor.

Welchen Salzgehalt sollte ein Meerwasseraquarium haben?

Der optimale Salzgehalt eines Meerwasseraquariums orientiert sich an den natürlichen Bedingungen tropischer Korallenriffe. Für die meisten Riffaquarien wird eine Salinität von 35 PSU (35 ‰) empfohlen. Dies entspricht – je nach Temperatur und Messmethode – einer Dichte von etwa 1,023 bis 1,025 g/cm³ bei 25 °C.

Für Korallen, Fische und Wirbellose ist weniger der exakte Zahlenwert entscheidend als eine dauerhaft stabile Salinität. Schwankungen durch Verdunstung, Wasserwechsel oder ungenaue Messungen sollten möglichst vermieden werden.

Besonders bei empfindlichen SPS-Korallen wirkt sich ein dauerhaft stabiler Salzgehalt positiv auf Wachstum, Färbung und Polypenbild aus.

Empfohlene Sollwerte

Messgröße Empfohlener Wert
Salzgehalt 35 ‰
Salinität 35 PSU
Dichte (25 °C) 1,023–1,025 g/cm³
Leitfähigkeit ca. 53 mS/cm

Hinweis: Der angezeigte Dichtewert hängt immer von der Messtemperatur und dem verwendeten Messgerät ab. Achten Sie deshalb auf die Herstellerangaben Ihres Refraktometers oder Dichtemessers.


Zielscheibe mit hervorgehobener Mitte und der Aufschrift „35 PSU“ als Symbol für den optimalen Salzgehalt im Meerwasseraquarium.

Der optimale Salzgehalt orientiert sich an den natürlichen Bedingungen tropischer Korallenriffe und sollte dauerhaft möglichst konstant gehalten werden.

 

Passende Fachartikel

  • MW066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium
  • MW080 – Refraktometer richtig verwenden
  • MW083 – Sollwerte im Meerwasseraquarium

Salzgehalt, Salinität oder Dichte – wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe Salzgehalt, Salinität und Dichte werden in der Meerwasseraquaristik häufig synonym verwendet. Tatsächlich beschreiben sie jedoch unterschiedliche Messgrößen. Für die praktische Aquarienpflege ist es hilfreich, die Unterschiede zu kennen – auch wenn alle drei Begriffe letztlich dazu dienen, den optimalen Salzgehalt des Meerwassers zu kontrollieren.

Salzgehalt

Der Salzgehalt gibt an, wie viele gelöste Salze sich im Wasser befinden. Er wird häufig in Promille (‰) angegeben. Natürliches Meerwasser tropischer Korallenriffe besitzt einen Salzgehalt von etwa 35 ‰.

Salinität

Die Salinität beschreibt den gesamten Gehalt gelöster Salze im Meerwasser. Heute wird sie überwiegend in PSU (Practical Salinity Unit) angegeben. Für ein Riffaquarium gilt eine Salinität von 35 PSU als optimal.

Dichte

Die Dichte beschreibt das Verhältnis zwischen Masse und Volumen des Meerwassers. Sie wird mit einem Refraktometer oder Aräometer gemessen und hängt von der Wassertemperatur ab. Deshalb können sich Dichtewerte je nach Messgerät und Temperatur leicht unterscheiden.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Begriff Einheit Aussage
Salzgehalt ‰ (Promille) Menge der gelösten Salze
Salinität PSU Praktische Angabe des Salzgehalts
Dichte g/cm³ Verhältnis von Masse zu Volumen

Merke: Im Alltag verwenden viele Aquarianer die Begriffe Salzgehalt, Salinität und Dichte gleichbedeutend. Entscheidend ist jedoch nicht die Bezeichnung, sondern dass der gemessene Wert dauerhaft im empfohlenen Bereich liegt.

Wenn Sie den Salzgehalt mit einem Refraktometer bestimmen möchten, finden Sie eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung im Artikel MW080 – Refraktometer richtig verwenden.


Kompass, dessen nadel auf den korrekten salzgehalt von 35psi zeigt

Die drei Begriffe beschreiben unterschiedliche Messgrößen, führen in der Praxis jedoch zum gleichen Ziel – einem stabilen Meerwasseraquarium.

Bildidee / Prompt:
Symbolisches Editorial-Bild. Drei hochwertige Zahnräder aus gebürstetem Edelstahl greifen perfekt ineinander. Jedes Zahnrad trägt dezent eine Gravur: „Salzgehalt“, „Salinität“ und „Dichte“. Im Hintergrund eine elegante Wasserstruktur in Türkis- und Blautönen mit weichen Lichtreflexen. Minimalistisch, hochwertig, Apple-Keynote-Stil, keine Personen, keine Aquarien, Fokus auf das Zusammenspiel der drei Begriffe.

Wie misst man den Salzgehalt im Meerwasseraquarium richtig?

Eine regelmäßige und präzise Messung des Salzgehalts gehört zur Routine jedes Meerwasseraquarianers. Bereits kleine Messfehler können zu falschen Korrekturen führen und die Stabilität des Aquariums beeinträchtigen. Deshalb sollten ausschließlich geeignete Messgeräte verwendet und diese regelmäßig überprüft werden.

Für die Praxis haben sich drei Messmethoden etabliert: das Refraktometer, digitale Salinitätsmessgeräte und das Aräometer (Dichtemesser). Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von den persönlichen Ansprüchen und der gewünschten Messgenauigkeit ab.

Refraktometer

Das Refraktometer ist die am häufigsten verwendete Messmethode im Meerwasseraquarium. Es arbeitet mit der Lichtbrechung einer Wasserprobe und liefert bei korrekter Kalibrierung sehr zuverlässige Ergebnisse.

Vorteile:

  • hohe Messgenauigkeit
  • schnelle Messung
  • einfache Handhabung
  • ideal für die regelmäßige Kontrolle

Vor der ersten Verwendung und anschließend in regelmäßigen Abständen sollte das Refraktometer mit einer 35-PSU-Referenzlösung kalibriert werden. Eine Kalibrierung mit reinem Osmosewasser kann zu Messabweichungen führen.

➡️ Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Artikel MW080 – Refraktometer richtig verwenden.


Digitale Salinitätsmessgeräte

Digitale Messgeräte bieten eine komfortable Möglichkeit, den Salzgehalt mit hoher Genauigkeit zu bestimmen. Das Messergebnis wird direkt auf einem Display angezeigt und Ablesefehler werden vermieden.

Vorteile:

  • sehr präzise
  • einfache Ablesung
  • schnelle Ergebnisse

Aräometer (Dichtemesser)

Ein Aräometer bestimmt den Salzgehalt über die Dichte des Wassers. Diese Methode wird heute seltener verwendet, kann bei sorgfältiger Anwendung jedoch ebenfalls zuverlässige Ergebnisse liefern.

Wichtig ist, dass die Messung bei der vom Hersteller angegebenen Temperatur erfolgt.


Vergleich der Messmethoden

Messmethode Genauigkeit Empfehlung
Refraktometer ★★★★★ Für die meisten Aquarianer die beste Wahl
Digitales Messgerät ★★★★★ Sehr komfortabel und präzise
Aräometer ★★★☆☆ Gute Alternative bei richtiger Anwendung

Experten-Tipp: Kontrollieren Sie Ihr Refraktometer regelmäßig mit einer hochwertigen 35-PSU-Referenzlösung. Dadurch vermeiden Sie Messfehler und stellen sicher, dass der Salzgehalt dauerhaft im optimalen Bereich liegt.


Makroaufnahme eines hochwertigen Refraktometers mit einem Wassertropfen auf dem Prisma.

Ein korrekt kalibriertes Refraktometer liefert zuverlässige Messergebnisse und gehört zur Grundausstattung jedes Meerwasseraquarianers.

Wie oft sollte der Salzgehalt kontrolliert werden?

Wie häufig der Salzgehalt gemessen werden sollte, hängt vom Alter des Aquariums, dem Besatz und der Stabilität des Systems ab. Während der Einfahrphase können sich Wasserwerte noch deutlich verändern. In einem eingefahrenen Riffaquarium genügt meist eine regelmäßige Kontrolle ein- bis mehrmals pro Woche.

Besonders nach einem Wasserwechsel, dem Ansetzen von frischem Meerwasser oder technischen Veränderungen empfiehlt sich eine zusätzliche Messung. Auch eine starke Verdunstung kann den Salzgehalt verändern und sollte ausgeglichen werden.

Empfohlene Messintervalle

Situation Messhäufigkeit
Einfahrphase täglich
Eingefahrenes Aquarium 2–3× pro Woche
Nach Wasserwechsel zusätzlich kontrollieren
Nach Technikumbauten zusätzlich kontrollieren
Bei auffälligem Verhalten von Korallen oder Fischen sofort messen

Experten-Tipp: Messen Sie den Salzgehalt möglichst immer zur gleichen Tageszeit. So lassen sich Messergebnisse besser vergleichen und Veränderungen frühzeitig erkennen.


Verdunstung verändert nicht den Salzgehalt – sie erhöht ihn

Im Meerwasseraquarium verdunstet ausschließlich Wasser – das gelöste Salz bleibt im Aquarium zurück. Dadurch steigt der Salzgehalt kontinuierlich an, wenn das verdunstete Wasser nicht ersetzt wird.

Deshalb sollte verdunstetes Wasser ausschließlich mit Osmosewasser nachgefüllt werden. Wird stattdessen Meerwasser nachgefüllt, erhöht sich der Salzgehalt mit jeder Nachfüllung weiter.

Eine automatische Nachfüllanlage hilft dabei, Verdunstungsverluste kontinuierlich auszugleichen und die Salinität dauerhaft stabil zu halten.

➡️ Wie alle Wasserwerte zusammenwirken, erfahren Sie im Artikel MW066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium.


Wassertropfen steigen aus einem offenen Meerwasseraquarium auf, während Osmosewasser langsam nachgefüllt wird.


Da nur Wasser verdunstet, muss der Verlust stets mit Osmosewasser und nicht mit Meerwasser ausgeglichen werden.

 

Salzgehalt zu hoch oder zu niedrig – Ursachen und Lösungen

Ein dauerhaft stabiler Salzgehalt ist wichtiger als das exakte Erreichen eines bestimmten Sollwertes. Weicht der Wert jedoch über längere Zeit deutlich vom empfohlenen Bereich ab, sollten die Ursachen ermittelt und schrittweise behoben werden. Vermeiden Sie dabei schnelle oder starke Korrekturen, da diese Korallen und Fische zusätzlich belasten können.

Salzgehalt zu hoch

Ein zu hoher Salzgehalt entsteht meist dadurch, dass verdunstetes Wasser nicht oder mit Meerwasser statt mit Osmosewasser ersetzt wird. Auch ein falsch kalibriertes Refraktometer oder zu stark aufgesalzenes Frischwasser können die Ursache sein.

Häufige Ursachen:

  • Verdunstungsverluste nicht ausgeglichen
  • Nachfüllung mit Meerwasser statt Osmosewasser
  • falsch kalibriertes Refraktometer
  • zu hoch angesetztes Wechselwasser

Lösungen:

  • ausschließlich Osmosewasser zum Nachfüllen verwenden
  • Messgerät kontrollieren und neu kalibrieren
  • Salzgehalt langsam über mehrere Tage korrigieren
  • Wechselwasser vor dem Einsatz kontrollieren

Salzgehalt zu niedrig

Ein zu niedriger Salzgehalt tritt häufig nach großen Wasserwechseln oder durch fehlerhaft angesetztes Meerwasser auf. Auch Messfehler können zu einer falschen Einschätzung führen.

Häufige Ursachen:

  • Meerwasser zu schwach aufgesalzen
  • Messfehler durch unkalibriertes Messgerät
  • größere Mengen Süßwasser ins Aquarium gelangt

Lösungen:

  • Salzgehalt schrittweise erhöhen
  • Meerwasser mit hochwertigem Meersalz neu ansetzen
  • Refraktometer mit 35-PSU-Referenzlösung überprüfen
  • Werte nach jeder Korrektur erneut messen

Merke: Erhöhen oder senken Sie den Salzgehalt niemals abrupt. Kleine Anpassungen über mehrere Tage sind für Korallen, Fische und Wirbellose deutlich schonender.

Wenn der Salzgehalt dauerhaft außerhalb des Sollbereichs liegt oder sich nur schwer stabilisieren lässt, finden Sie ausführliche Lösungswege im Artikel MW089 – Salzgehalt im Meerwasseraquarium zu hoch oder zu niedrig.


Zwei Messzylinder mit unterschiedlich hohem Salzgehalt und ein Einstellregler als Symbol für die schrittweise Korrektur der Salinität.

Typische Fehler bei der Messung des Salzgehalts

Viele Probleme mit dem Salzgehalt entstehen nicht durch das Aquarium selbst, sondern durch ungenaue Messungen oder eine falsche Interpretation der Messergebnisse. Bereits kleine Fehler können dazu führen, dass unnötige Korrekturen vorgenommen werden und die Wasserwerte aus dem Gleichgewicht geraten.

Vermeiden Sie deshalb die folgenden typischen Fehler:

  • Refraktometer mit Osmosewasser statt einer 35-PSU-Referenzlösung kalibrieren
  • verschmutztes oder beschädigtes Prisma verwenden
  • Messungen bei stark unterschiedlichen Temperaturen vergleichen
  • den Salzgehalt nach nur einer Messung korrigieren
  • mehrere Wasserwerte gleichzeitig verändern
  • Verdunstungsverluste mit Meerwasser statt Osmosewasser ausgleichen
  • Wechselwasser vor dem Wasserwechsel nicht kontrollieren
  • Messgeräte über längere Zeit nicht überprüfen oder reinigen

Experten-Tipp: Messen Sie den Salzgehalt nach Möglichkeit zweimal hintereinander. Stimmen beide Ergebnisse überein, können Sie den Wert deutlich sicherer beurteilen.


Praxisbeispiel

Ein Aquarianer misst mit seinem Refraktometer eine Dichte von 1,021 g/cm³ und erhöht daraufhin den Salzgehalt des Aquariums. Einige Tage später zeigt eine Kontrolle mit einer Referenzlösung, dass das Refraktometer nicht korrekt kalibriert war. Tatsächlich lag der Salzgehalt bereits im optimalen Bereich.

Fazit: Kontrollieren Sie Ihr Messgerät regelmäßig mit einer geeigneten Referenzlösung. Eine fehlerhafte Kalibrierung ist eine der häufigsten Ursachen für falsche Messergebnisse.


Refraktometer mit rotem Warnsymbol neben einer 35-PSU-Referenzlösung als Hinweis auf typische Kalibrierungsfehler.

 


Praktische Tipps für dauerhaft stabile Werte

Mit wenigen Routinen lässt sich der Salzgehalt dauerhaft stabil halten. Dadurch schaffen Sie optimale Bedingungen für Korallen, Fische und Wirbellose und vermeiden unnötigen Stress für das gesamte Aquarium.

Bewährte Empfehlungen:

  • Kontrollieren Sie den Salzgehalt mindestens zwei- bis dreimal pro Woche.
  • Kalibrieren Sie Ihr Refraktometer regelmäßig mit einer 35-PSU-Referenzlösung.
  • Füllen Sie verdunstetes Wasser ausschließlich mit Osmosewasser nach.
  • Kontrollieren Sie neu angesetztes Meerwasser vor jedem Wasserwechsel.
  • Dokumentieren Sie Ihre Messwerte, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
  • Verändern Sie den Salzgehalt immer langsam und in kleinen Schritten.

Merke: Ein dauerhaft stabiler Salzgehalt ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für gesunde Korallen und ein langfristig erfolgreiches Meerwasseraquarium.


Prächtiges SPS-Riff mit vollständig geöffneten Polypen als Ergebnis dauerhaft stabiler Salinität.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welcher Salzgehalt ist für ein Meerwasseraquarium optimal?

Für die meisten Riffaquarien wird ein Salzgehalt von 35 ‰ beziehungsweise eine Salinität von 35 PSU empfohlen. Dies entspricht – abhängig von Messmethode und Temperatur – einer Dichte von etwa 1,023 bis 1,025 g/cm³.


Was ist der Unterschied zwischen Salzgehalt, Salinität und Dichte?

Der Salzgehalt beschreibt die Menge der gelösten Salze im Wasser. Die Salinität ist die wissenschaftliche Angabe dieses Salzgehalts, während die Dichte das Verhältnis von Masse zu Volumen beschreibt. In der Praxis dienen alle drei Werte dazu, den optimalen Salzgehalt des Meerwassers zu kontrollieren.


Wie oft sollte der Salzgehalt gemessen werden?

In einem eingefahrenen Meerwasseraquarium empfiehlt sich eine Kontrolle zwei- bis dreimal pro Woche. Nach Wasserwechseln oder größeren Verdunstungsverlusten sollte zusätzlich gemessen werden.


Welches Messgerät eignet sich am besten?

Für die meisten Aquarianer ist ein Refraktometer die beste Wahl. Es liefert bei regelmäßiger Kalibrierung präzise und zuverlässige Messergebnisse.


Warum muss ein Refraktometer kalibriert werden?

Nur ein korrekt kalibriertes Refraktometer zeigt den tatsächlichen Salzgehalt an. Verwenden Sie dafür möglichst eine 35-PSU-Referenzlösung.


Kann ich den Salzgehalt mit Osmosewasser senken?

Ja. Ist der Salzgehalt zu hoch, kann er durch den langsamen Austausch kleiner Wassermengen gegen Osmosewasser vorsichtig abgesenkt werden.


Warum steigt der Salzgehalt durch Verdunstung?

Bei der Verdunstung verlässt ausschließlich Wasser das Aquarium. Das gelöste Salz bleibt zurück und erhöht dadurch die Konzentration im verbleibenden Wasser.


Welchen Einfluss hat der Salzgehalt auf Korallen?

Ein stabiler Salzgehalt unterstützt das Wachstum, die Färbung und die Polypenexpansion von Korallen. Starke Schwankungen können dagegen Stress verursachen und das Wachstum beeinträchtigen.


Sollte der Salzgehalt bei jedem Wasserwechsel kontrolliert werden?

Ja. Kontrollieren Sie sowohl das frisch angesetzte Meerwasser als auch den Salzgehalt im Aquarium. So vermeiden Sie unbeabsichtigte Schwankungen.


Wo finde ich weitere Informationen?

Einen Überblick über alle wichtigen Wasserwerte erhalten Sie im Artikel MW066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium. Ausführliche Informationen zur Kalibrierung finden Sie in MW080 – Refraktometer richtig verwenden.

Wissenscheck

1. Welcher Salzgehalt wird für die meisten Meerwasseraquarien empfohlen?

A) 25 ‰

B) 30 ‰

C) 35 ‰

Lösung: C


2. Welche Salinität gilt als optimal?

A) 20 PSU

B) 35 PSU

C) 45 PSU

Lösung: B


3. Welches Messgerät wird für die regelmäßige Kontrolle des Salzgehalts am häufigsten verwendet?

A) pH-Meter

B) Refraktometer

C) Thermometer

Lösung: B


4. Womit sollte ein Refraktometer kalibriert werden?

A) Leitungswasser

B) Osmosewasser

C) 35-PSU-Referenzlösung

Lösung: C


5. Was verdunstet aus einem Meerwasseraquarium?

A) Wasser und Salz

B) Nur Wasser

C) Nur Salz

Lösung: B


6. Womit wird verdunstetes Wasser ersetzt?

A) Frisch angesetztem Meerwasser

B) Leitungswasser

C) Osmosewasser

Lösung: C


7. Welche Aussage zum Salzgehalt ist richtig?

A) Er sollte möglichst häufig schwanken.

B) Er sollte dauerhaft möglichst konstant bleiben.

C) Er spielt nur für Korallen eine Rolle.

Lösung: B


8. Welche Tiere reagieren besonders empfindlich auf starke Schwankungen des Salzgehalts?

A) Nur Schnecken

B) Korallen und viele Wirbellose

C) Nur Fische

Lösung: B


9. Welcher Artikel erklärt die richtige Verwendung eines Refraktometers?

A) MW066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium

B) MW080 – Refraktometer richtig verwenden

C) MW083 – Sollwerte im Meerwasseraquarium

Lösung: B


10. Was ist langfristig wichtiger als das exakte Erreichen eines Idealwertes?

A) Tägliche Wasserwechsel

B) Ein dauerhaft stabiler Salzgehalt

C) Möglichst hohe Salinität

Lösung: B


Produktempfehlungen

Für die regelmäßige Kontrolle und Einstellung des Salzgehalts haben sich folgende Hilfsmittel bewährt:

  • Refraktometer zur präzisen Messung der Salinität
  • 35-PSU-Referenzlösung zur Kalibrierung
  • Hochwertiges Meersalz zum Ansetzen von Meerwasser
  • Osmoseanlage für salzfreies Nachfüllwasser
  • Automatische Nachfüllanlage zur Kompensation von Verdunstungsverlusten
  • Digitales Salinitätsmessgerät für komfortable Messungen

Weiterführende Artikel

  • MW066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium
  • MW068 – KH (Karbonathärte) im Meerwasseraquarium
  • MW069 – Calcium im Meerwasseraquarium
  • MW070 – Magnesium im Meerwasseraquarium
  • MW080 – Refraktometer richtig verwenden
  • MW081 – ICP-Analyse im Meerwasseraquarium
  • MW083 – Sollwerte im Meerwasseraquarium
  • MW089 – Salzgehalt im Meerwasseraquarium zu hoch oder zu niedrig