MW-068 KH (Karbonathärte) im Meerwasseraquarium
KH (Karbonathärte) im Meerwasseraquarium – optimale Werte richtig einstellen
Das erwartet Sie in diesem Artikel
Nach dem Lesen dieses Artikels wissen Sie:
- was die Karbonathärte (KH) im Meerwasseraquarium bedeutet,
- warum die KH für Korallen und Fische so wichtig ist,
- welche KH-Werte sich in der Praxis bewährt haben,
- wie Sie die Karbonathärte zuverlässig messen,
- welche Ursachen zu einer zu hohen oder zu niedrigen KH führen,
- wie Sie Abweichungen sicher korrigieren,
- warum KH, Calcium und Magnesium immer gemeinsam betrachtet werden sollten.
Einleitung
Die Karbonathärte (KH) gehört zu den wichtigsten Wasserwerten im Meerwasseraquarium. Sie stabilisiert den pH-Wert und bildet die Grundlage für zahlreiche biologische Prozesse. Besonders Steinkorallen benötigen eine ausreichend hohe und vor allem stabile Karbonathärte, um ihr Kalkskelett kontinuierlich aufbauen zu können.
Sinkt die KH dauerhaft unter den empfohlenen Bereich, können Wachstum und Gesundheit vieler Korallen beeinträchtigt werden. Ist die Karbonathärte dagegen zu hoch, steigt das Risiko unerwünschter Kalkausfällungen und eines instabilen Ionengleichgewichts. Entscheidend ist daher nicht nur der richtige Sollwert, sondern vor allem eine möglichst konstante Karbonathärte.
Die KH sollte niemals isoliert betrachtet werden. Sie steht in engem Zusammenhang mit Calcium, Magnesium und dem pH-Wert. Veränderungen eines dieser Wasserwerte wirken sich häufig auch auf die übrigen Parameter aus. Einen Überblick über alle wichtigen Wasserwerte finden Sie im Artikel MW066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium. Wie der Salzgehalt die Wasserchemie beeinflusst, erfahren Sie im Artikel MW067 – Salzgehalt im Meerwasseraquarium.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche KH-Werte empfohlen werden, wie Sie die Karbonathärte richtig messen und welche Maßnahmen bei Abweichungen sinnvoll sind.

Eine konstante Karbonathärte unterstützt den Aufbau stabiler Kalkskelette und sorgt für langfristig gesunde Korallen.
Inhaltsverzeichnis
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Was ist die Karbonathärte (KH)?
Die Karbonathärte (KH) beschreibt die Konzentration von Hydrogencarbonat- und Carbonationen im Meerwasser. Sie gehört zu den wichtigsten Wasserwerten im Meerwasseraquarium, da sie den pH-Wert stabilisiert und gleichzeitig den Aufbau der Kalkskelette von Steinkorallen, Kalkrotalgen und anderen kalkbildenden Organismen unterstützt.
In natürlichen Korallenriffen bleibt die Karbonathärte über lange Zeit nahezu konstant. Auch im Meerwasseraquarium sollte sie möglichst wenig schwanken. Bereits tägliche Veränderungen können empfindliche SPS-Korallen belasten und das Wachstum verlangsamen.
Die KH wird in Deutschland üblicherweise in Grad deutscher Karbonathärte (°dKH oder dKH) angegeben. International finden sich teilweise auch die Einheiten meq/l oder mmol/l. Für die praktische Aquaristik hat sich jedoch die Angabe in dKH etabliert.
Die Karbonathärte wird kontinuierlich verbraucht. Korallen und Kalkrotalgen entziehen dem Wasser Hydrogencarbonat, um daraus gemeinsam mit Calcium ihre Kalkskelette aufzubauen. Deshalb muss die KH regelmäßig kontrolliert und – abhängig vom Verbrauch – wieder ergänzt werden.
Merke: Die Karbonathärte ist kein einmal einzustellender Wert, sondern ein Wasserparameter, der sich täglich verändert und regelmäßig kontrolliert werden muss.

Eine stabile Karbonathärte schafft die Grundlage für gesundes Wachstum und stabile Wasserwerte im Meerwasseraquarium.
Warum ist die KH im Meerwasseraquarium so wichtig?
Die Karbonathärte übernimmt im Meerwasseraquarium gleich mehrere lebenswichtige Aufgaben. Sie stabilisiert den pH-Wert, liefert Korallen den benötigten Baustoff für ihre Kalkskelette und trägt wesentlich zu einer stabilen Wasserchemie bei. Deshalb zählt sie neben Salzgehalt, Calcium und Magnesium zu den wichtigsten Wasserwerten im Riffaquarium.
Steinkorallen (SPS und LPS), Kalkrotalgen sowie zahlreiche andere kalkbildende Organismen verbrauchen täglich Hydrogencarbonat. Gemeinsam mit Calcium entstehen daraus stabile Kalkskelette. Sinkt die KH dauerhaft ab, steht den Korallen weniger Baumaterial zur Verfügung. Die Folge können verlangsamtes Wachstum, blassere Farben oder eine verminderte Polypenexpansion sein.
Gleichzeitig wirkt die Karbonathärte als natürlicher Puffer gegen starke pH-Schwankungen. Eine stabile KH sorgt dafür, dass sich der pH-Wert nicht innerhalb kurzer Zeit stark verändert. Dadurch werden Korallen, Fische und Wirbellose deutlich weniger gestresst.
Die Karbonathärte beeinflusst außerdem das Gleichgewicht zwischen KH, Calcium und Magnesium. Werden diese Wasserwerte unabhängig voneinander verändert, kann es zu Ungleichgewichten oder Kalkausfällungen kommen. Deshalb sollten sie immer gemeinsam betrachtet werden.
Weiterführende Informationen finden Sie in den Artikeln MW066 – Wasserwerte im Meerwasseraquarium, MW069 – Calcium im Meerwasseraquarium und MW070 – Magnesium im Meerwasseraquarium.
Merke: Nicht ein möglichst hoher KH-Wert sorgt für gesunde Korallen, sondern eine dauerhaft stabile Karbonathärte im empfohlenen Bereich.

Eine stabile Karbonathärte unterstützt den pH-Wert, das Korallenwachstum und das chemische Gleichgewicht im Meerwasseraquarium.








