MW-033 – Welche Aquariengröße ist die richtige?
Welche Aquariengröße ist die richtige?
Die richtige Größe für ein Meerwasseraquarium zu finden, ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Planung eines Riffaquariums. Dabei geht es nicht einfach darum, möglichst viele Liter Wasser zu bekommen. Entscheidend ist vielmehr, welche Fische und Korallen gepflegt werden sollen, wie viel Platz zur Verfügung steht und welches Riffkonzept geplant ist.
Ein 60-Liter-Nanoaquarium stellt ganz andere Anforderungen als ein 200-Liter-Becken. Ein 300-Liter-Aquarium bietet bereits deutlich mehr Möglichkeiten, während ein 500- oder 1000-Liter-Meerwasseraquarium in einer völlig anderen Größenordnung liegt.
Die häufig gestellte Frage „Welche Aquariengröße ist die richtige?“ lässt sich deshalb nicht mit einer einzigen Literzahl beantworten.
Die bessere Frage lautet:
Welche Aquariengröße passt zu meinem geplanten Besatz, meinem Platzangebot und meinen langfristigen Vorstellungen?
In MW-032 – Das richtige Meerwasseraquarium auswählen] haben wir bereits gezeigt, welche grundsätzlichen Kriterien bei der Auswahl eines Meerwasseraquariums wichtig sind. Hier geht es jetzt speziell um die Frage, wie viel Volumen sinnvoll ist.
1. Welche Aquariengröße ist für ein Meerwasseraquarium sinnvoll?
Bei Meerwasseraquarien reichen die Größen von sehr kleinen Nano-Systemen bis hin zu Aquarien mit mehreren hundert oder sogar mehr als 1000 Litern.
Grob lässt sich das Spektrum so einteilen:
| Größe | Einordnung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| ca. 30–60 Liter | Nano | sehr kompakte Riffsysteme |
| ca. 60–100 Liter | kleines Aquarium | kleines Riff, eingeschränkter Besatz |
| ca. 100–200 Liter | klein bis mittel | kompakte Mischriffe |
| ca. 200–300 Liter | mittelgroß | deutlich mehr Gestaltungsspielraum |
| ca. 300–500 Liter | groß | umfangreichere Riffsysteme |
| ca. 500–1000 Liter | sehr groß | große Riffe und mehr Schwimmraum |
| über 1000 Liter | Großaquarium | sehr umfangreiche Systeme |
Diese Einteilung ist lediglich eine Orientierung.
Die Literzahl allein sagt noch nicht aus, ob ein Aquarium für einen bestimmten Fisch geeignet ist. Ein 200-Liter-Aquarium mit 120 cm Länge kann für eine bestimmte Art interessanter sein als ein 250-Liter-Becken mit deutlich kürzerer Grundfläche.

Von Nano-Aquarien bis zu großen Riffsystemen reicht die Auswahl an Meerwasseraquarien.
2. Warum die Literzahl nicht alles ist
Wenn über Aquariengröße gesprochen wird, wird meistens zuerst das Wasservolumen genannt.
Das ist verständlich, aber nicht ausreichend.
Für die Haltung von Fischen sind beispielsweise auch die Länge und die Grundfläche entscheidend. Ein aktiver Schwimmer benötigt entsprechenden Bewegungsraum. Ein Tier mit starkem Revierverhalten benötigt dagegen geeignete Rückzugs- und Revierbereiche.
Auch für Korallen ist die Form des Beckens relevant.
Ein tieferes Aquarium ermöglicht einen völlig anderen Riffaufbau als ein sehr schmales Becken.
Deshalb sollten bei der Auswahl immer mindestens diese Faktoren gemeinsam betrachtet werden:
- Wasservolumen
- Länge
- Breite beziehungsweise Tiefe
- Höhe
- Grundfläche
- Riffaufbau
- geplanter Besatz
- Technik
- verfügbare Stellfläche
Die grundsätzliche Auswahl des Beckens haben wir bereits in MW-032 – Das richtige Meerwasseraquarium auswählen behandelt.
3. Wie groß sollte ein Meerwasseraquarium für Anfänger sein?
Die Frage nach der richtigen Aquariengröße für Anfänger wird häufig gestellt.
Dabei sollte man vorsichtig mit pauschalen Empfehlungen sein.
Ein sehr kleines Aquarium ist nicht automatisch einfacher. Je weniger Wasser vorhanden ist, desto geringer sind die absoluten Reserven des Systems. Veränderungen können sich deshalb schneller bemerkbar machen.
Ein etwas größeres Aquarium bietet mehr Wasservolumen und häufig mehr Spielraum bei der Gestaltung.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder Anfänger sofort ein 500-Liter-Aquarium benötigt.
Sinnvoller ist es, die Größe an den eigenen Möglichkeiten auszurichten:
Platz + Budget + Zeit + gewünschter Besatz + technisches Verständnis = passende Aquariengröße.
Wer noch ganz am Anfang steht, findet in MW-030 – Die häufigsten Fragen zum Einstiegweitere grundlegende Informationen.
4. 60 Liter Meerwasseraquarium – wie klein darf es sein?
60 Liter gehören bereits zum Bereich der kleinen Meerwasseraquarien.
Solche Systeme können interessant sein, wenn nur wenig Stellfläche vorhanden ist oder bewusst ein kleines Riff aufgebaut werden soll.
Die Möglichkeiten beim Fischbesatz sind allerdings stark begrenzt.
Genau hier zeigen auch die SISTRIX-Daten eine interessante Suchintention: Es wird explizit danach gesucht, welche Fische in ein 60-Liter-Meerwasseraquarium passen und wie viele Fische darin gehalten werden können.
Eine einfache Regel wie „ein Fisch pro X Liter“ ist dafür nicht sinnvoll.
Entscheidend sind vielmehr die Eigenschaften der jeweiligen Fischart.
Bei einem kleinen Aquarium sollten deshalb besonders sorgfältig ausgewählt werden:
- Fischgröße
- Schwimmverhalten
- Revierverhalten
- Sozialverhalten
- Ernährungsweise
- benötigter Schwimmraum
Ein 60-Liter-Aquarium sollte daher nicht danach ausgewählt werden, wie viele Tiere theoretisch hineinpassen, sondern danach, welcher Besatz langfristig artgerecht möglich ist.
5. 100 Liter Meerwasseraquarium – ein interessanter Einstieg
Ein Aquarium um 100 Liter kann deutlich mehr Möglichkeiten bieten als ein sehr kleines Nano-System.
Trotzdem bleibt der Fischbesatz begrenzt.
Der Vorteil liegt vor allem darin, dass bereits ein interessanter Riffaufbau möglich ist und mehr Wasservolumen zur Verfügung steht.
Auch bei 100 Litern gilt jedoch:
Mehr Liter bedeuten nicht automatisch mehr Fische.
Die Grundfläche und die Anforderungen der jeweiligen Tiere müssen berücksichtigt werden.
6. 200 Liter Meerwasseraquarium – für viele Projekte interessant
Ein 200-Liter-Aquarium kann für einen ambitionierten Aquarianer interessant sein, weil es einen guten Kompromiss zwischen Platzbedarf und Gestaltungsmöglichkeiten bieten kann.
Je nach Abmessungen lassen sich bereits:
- größere Riffstrukturen
- verschiedene Korallenbereiche
- Höhlen und Überhänge
- freie Schwimmflächen
- Rückzugsbereiche
planen.
Auch die Technik lässt sich bei dieser Größenordnung meist komfortabler unterbringen als bei einem sehr kleinen Nano-System.
7. 300 Liter Meerwasseraquarium – deutlich mehr Möglichkeiten
Ein 300-Liter-Aquarium kann beispielsweise genügend Raum für einen deutlich umfangreicheren Riffaufbau bieten.
Trotzdem sollte der Fischbesatz immer anhand der einzelnen Arten geplant werden.
Die Aussage „300 Liter = X Fische“ wäre zu pauschal.
Ein Aquarium kann beispielsweise nur wenige, dafür anspruchsvollere oder größere Tiere enthalten oder mehrere kleinere Arten, sofern deren Anforderungen zusammenpassen.
Für die konkrete Besatzplanung werden wir deshalb eigene Inhalte benötigen.

Ab etwa 300 Litern entstehen deutlich mehr Möglichkeiten für einen strukturierten Riffaufbau und einen passenden Besatz.
8. 400 Liter Meerwasseraquarium – mehr Schwimmraum und Riffstruktur
Ein Aquarium mit rund 400 Litern bietet bereits erheblichen Gestaltungsspielraum.
Hier wird nicht mehr nur die reine Wassermenge interessant. Auch die Abmessungen können eine große Rolle spielen.
Der von uns bereits betrachtete Aqua Medic Armatus 400 ist ein Beispiel für ein System dieser Größenordnung. Das Becken bietet rund 315 Liter Beckenvolumen und etwa 400 Liter Systemvolumen.
Damit zeigt sich auch ein wichtiger Punkt:
Beckenvolumen und Systemvolumen sind nicht immer identisch.
Bei einem Meerwassersystem kann zusätzliches Volumen beispielsweise durch das Technikbecken entstehen.
Wer nach einem Aquarium mit etwa 400 Litern sucht, sollte deshalb genau darauf achten, welche Volumenangabe der Hersteller verwendet.
9. 500 Liter Meerwasseraquarium – warum diese Größe so häufig gesucht wird
Ein 500-Liter-Meerwasseraquarium ist bereits ein großes System.
Es bietet:
- deutlich mehr Wasservolumen
- mehr Schwimmraum
- mehr Platz für Riffstrukturen
- größere technische Möglichkeiten
- mehr Reserven bei der Gestaltung
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an:
- Standort
- Statik
- Technik
- Wasseraufbereitung
- Pflege
- Budget
Ein Beispiel aus unserer Produktauswahl ist der Aqua Medic Armatus 500 XD.
Das System besitzt eine Beckengröße von etwa 125 × 65 × 55 cm und bietet rund 405 Liter Beckenvolumen. Das Systemvolumen liegt bei ungefähr 490 Litern.
Gerade die Tiefe von 65 cm ist für einen dreidimensionalen Riffaufbau interessant.
Bei einem solchen Aquarium wird aber auch deutlich, warum die Größe nicht allein in Litern beurteilt werden sollte.
10. 500 Liter sind nicht gleich 500 Liter
Zwei Aquarien mit gleichem Volumen können völlig unterschiedlich wirken.
Ein langes und flaches Aquarium bietet viel Schwimmraum.
Ein tieferes Becken bietet dagegen mehr Möglichkeiten für einen räumlichen Riffaufbau.
Ein höheres Aquarium kann wiederum andere Anforderungen an Beleuchtung und Wartung stellen.
Deshalb sollte man bei der Auswahl immer die tatsächlichen Abmessungen betrachten.
Ein Beispiel:
120 × 50 × 50 cm
und
100 × 60 × 60 cm
liegen volumenseitig in einer ähnlichen Größenordnung, bieten aber unterschiedliche Möglichkeiten für Riffaufbau und Schwimmraum.
11. 1000 Liter Meerwasseraquarium – wann wird es richtig groß?
Bei einem 1000-Liter-Aquarium geht es allerdings nicht mehr nur darum, welches Becken man kaufen kann.
Hier müssen unter anderem folgende Punkte sehr sorgfältig geplant werden:
- Statik
- Stellfläche
- Aquarienabmessungen
- Unterschrank
- Technikbecken
- Beleuchtung
- Strömung
- Abschäumung
- Wasseraufbereitung
- Wasserwechsel
- Stromversorgung
- Wartungszugang
- laufende Kosten
Ein Aquarium dieser Größe sollte deshalb als vollständiges System geplant werden.
Die Frage nach den Kosten ist so umfangreich, dass wir sie in MW-042 – Was kostet der Einstieg in die Meerwasseraquaristik? und MW-043 – Budget richtig planengetrennt behandeln.
12. Wie viele Fische passen in ein Meerwasseraquarium?
Diese Frage klingt zunächst einfach, ist aber tatsächlich schwierig zu beantworten.
Die Größe des Aquariums allein bestimmt nicht, wie viele Fische hineinpassen.
Ein 300-Liter-Aquarium kann beispielsweise für eine bestimmte Fischart geeignet sein, während eine andere Art auch bei gleichem Volumen nicht passend wäre.
Entscheidend sind unter anderem:
- ausgewachsene Körpergröße
- Schwimmverhalten
- Revieranspruch
- Sozialverhalten
- Aktivität
- Ernährung
- benötigte Rückzugsbereiche
- Zusammensetzung des übrigen Besatzes
Deshalb sollte man nicht mit einer pauschalen Besatzformel arbeiten.
Besonders bei Meerwasserfischen ist die Art des Fisches mindestens genauso wichtig wie die Literzahl.
13. Welche Rolle spielt die Länge des Aquariums?
Für viele Fische ist die Länge besonders wichtig.
Ein Fisch, der viel schwimmt, benötigt entsprechend Bewegungsraum.
Ein langes Aquarium kann deshalb für bestimmte Arten geeigneter sein als ein Würfel mit vergleichbarem Volumen.
Das ist einer der Gründe, weshalb beim Kauf nicht ausschließlich nach „200 Liter“, „300 Liter“ oder „500 Liter“ gesucht werden sollte.
Die konkreten Maße gehören immer dazu.
14. Welche Rolle spielt die Tiefe?
Die Tiefe ist besonders für den Riffaufbau interessant.
Mehr Tiefe ermöglicht:
- einen räumlicheren Aufbau
- verschiedene Ebenen
- Überhänge
- Höhlen
- Rückzugsbereiche
- freie Flächen zwischen Riff und Scheiben
Ein Aquarium mit 60 oder 65 cm Tiefe kann deshalb wesentlich anders gestaltet werden als ein sehr schmales Becken.
Allerdings benötigt es auch mehr Stellfläche.
Hier zeigt sich wieder, warum die richtige Aquariengröße immer eine Kombination aus Volumen und Abmessungen ist.
15. Welche Aquariengröße ist für Korallen sinnvoll?
Auch bei Korallen gibt es keine universelle Mindestgröße.
Entscheidend ist vielmehr, welche Korallen gepflegt werden sollen und wie das Riff aufgebaut werden soll.
Bei einem kleinen Aquarium kann ein kompakter Korallenbestand sinnvoll sein.
Bei einem größeren Aquarium können dagegen unterschiedliche Bereiche und größere Korallenstrukturen geplant werden.
Auch die Beleuchtung und Strömung müssen zur Beckengröße und zum Besatz passen.
Mehr dazu behandeln wir später in den Artikeln über Technik und Beleuchtung.
16. Kleine oder große Aquarien – was ist besser?
Ein kleines Aquarium hat klare Vorteile:
- geringer Platzbedarf
- weniger Wasser
- kompakte Technik
- kleinere Riffstruktur
- oft geringere Anschaffungskosten
Es hat aber auch Grenzen:
- weniger Schwimmraum
- eingeschränkter Fischbesatz
- weniger Gestaltungsmöglichkeiten
- geringere Wassermenge
- weniger Spielraum bei Veränderungen
Ein großes Aquarium bietet dagegen:
- mehr Schwimmraum
- größere Riffstrukturen
- mehr Gestaltungsmöglichkeiten
- mehr Wasservolumen
- mehr Möglichkeiten beim Besatz
Dafür steigen Kosten, Platzbedarf, Gewicht und technischer Aufwand.
Wer genau diesen Unterschied betrachten möchte, findet die ausführliche Gegenüberstellung in MW-034 – Nano oder großes Meerwasseraquarium?.
17. Welche Größe passt zu welchem Aquarianer?
Eine grobe Orientierung kann helfen:
30–60 Liter
Interessant für sehr kompakte Riffkonzepte und Aquarianer mit wenig Stellfläche. Der Besatz ist entsprechend eingeschränkt.
60–100 Liter
Geeignet für ein kleines Riff, sofern Besatz und Technik konsequent auf die geringe Größe abgestimmt werden.
100–200 Liter
Interessant für kompakte Mischriffe mit mehr Gestaltungsspielraum.
200–300 Liter
Eine Größenklasse, in der bereits deutlich umfangreichere Riffaufbauten möglich werden.
300–500 Liter
Interessant für größere Riffsysteme und Aquarianer, die mehr Platz für Besatz und Gestaltung wünschen.
500–1000 Liter
Für große Riffkonzepte mit entsprechendem Platz, Budget und technischem Anspruch.
Über 1000 Liter
Für sehr umfangreiche Systeme und Aquarianer, die den dafür notwendigen Raum, die Statik und das Budget bereitstellen können.
Diese Einteilung ist bewusst nur eine Orientierung. Die Anforderungen des konkreten Besatzes bleiben entscheidend.
18. Die richtige Größe hängt auch vom Standort ab
Bevor ein Aquarium gekauft wird, sollte der Standort geprüft werden.
Dabei sollte man nicht nur die Stellfläche des Beckens messen.
Zusätzlich benötigt man Platz für:
- Unterschrank
- Technik
- Zugang zum Technikbereich
- Wartung
- Wasserwechsel
- elektrische Anschlüsse
- gegebenenfalls Osmosewasser
- Schlauchführung
Bei großen Aquarien kommt die Statik hinzu.
Das Thema Gewicht behandeln wir ausführlich in MW037 – Gewicht eines Meerwasseraquariums berechnen und MW-038 – Hält mein Boden das Aquarium aus?
19. Die Größe bestimmt auch die Kosten
Je größer das Aquarium wird, desto höher können nicht nur die Anschaffungskosten des Beckens ausfallen.
Auch die Technik wächst mit.
Ein großes Meerwasseraquarium benötigt beispielsweise häufig mehr:
- Beleuchtungsleistung
- Strömungsleistung
- Förderleistung
- Wasser
- Salz
- Riffmaterial
- Filtertechnik
Dazu kommen höhere laufende Kosten.
Das bedeutet nicht, dass ein kleines Aquarium automatisch günstig ist. Gerade hochwertige Technik kann auch bei kleinen Systemen einen erheblichen Teil des Budgets ausmachen.
Die konkrete Kostenplanung sollte deshalb immer für das gesamte System erfolgen.
20. Welche Größe würden wir empfehlen?
Eine pauschale Empfehlung wie „mindestens 300 Liter“ wäre nicht sinnvoll.
Stattdessen sollte die Entscheidung anhand des geplanten Projekts getroffen werden.
Wenn wenig Platz vorhanden ist und ein kleines Riff gewünscht wird, kann ein Nano- oder Kleinaquarium sinnvoll sein.
Wer mehr Schwimmraum, größere Riffstrukturen und einen umfangreicheren Besatz plant, sollte entsprechend größer planen.
Wer bereits weiß, dass langfristig ein großes Riff mit umfangreicherem Fischbesatz entstehen soll, sollte nicht unnötig klein beginnen.
Ein späterer Wechsel auf ein größeres Aquarium bedeutet schließlich zusätzlichen Aufwand.
21. Unsere Empfehlung: Erst den Besatz, dann die Literzahl
Die beste Vorgehensweise ist:
1. Welche Tiere möchte ich halten?
2. Wie groß werden diese Tiere ausgewachsen?
3. Wie viel Schwimmraum benötigen sie?
4. Welche Korallen möchte ich pflegen?
5. Wie soll mein Riff aussehen?
6. Welche Abmessungen sind dafür sinnvoll?
7. Wie viel Platz habe ich?
8. Welche Technik benötige ich?
9. Welches Budget steht zur Verfügung?
10. Erst dann wird das konkrete Aquarium ausgewählt.
So verhindert man, dass man ein Aquarium kauft, das zwar optisch gefällt, aber langfristig nicht zum geplanten Besatz passt.
22. Größenvergleich: Welches Meerwasseraquarium passt zu mir?
| Größe | Vorteile | Grenzen |
|---|---|---|
| 60 Liter | sehr kompakt, wenig Platzbedarf | stark begrenzter Besatz |
| 100 Liter | etwas mehr Reserven, kompakter Riffaufbau | weiterhin begrenzter Fischbesatz |
| 200 Liter | guter Gestaltungsspielraum | bereits höherer Platz- und Technikbedarf |
| 300 Liter | umfangreicher Riffaufbau möglich | höhere Kosten und Gewicht |
| 400 Liter | viel Platz für Riff und Technik | größerer Standort erforderlich |
| 500 Liter | sehr viel Gestaltungsspielraum | hohe Anforderungen an Standort und Budget |
| 1000 Liter | sehr großes Riff und viel Schwimmraum | erheblicher Platz-, Technik- und Kostenaufwand |
23. Fazit: Die richtige Aquariengröße gibt es nicht für jeden
Die richtige Aquariengröße hängt nicht allein von der Literzahl ab.
Ein gutes Meerwasseraquarium ist groß genug für den geplanten Besatz, passt zum Riffkonzept und lässt sich am vorgesehenen Standort sicher betreiben.
Für ein kleines Riff können 60 oder 100 Liter interessant sein. 200 bis 300 Liter eröffnen deutlich mehr Möglichkeiten. 400 bis 500 Liter bieten bereits sehr viel Gestaltungsspielraum. Bei 1000 Litern und mehr wird aus dem Aquarium ein entsprechend großes technisches Gesamtsystem.
Entscheidend ist deshalb nicht:
„Wie viele Liter kann ich mir leisten?“
Sondern:
„Welche Größe brauche ich für das Aquarium, das ich langfristig betreiben möchte?“
Wer diese Frage vor dem Kauf beantwortet, trifft in der Regel die deutlich bessere Entscheidung.
FAQ zur richtigen Aquariengröße
Welche Aquariengröße ist für Anfänger geeignet?
Eine pauschale Größe gibt es nicht. Ein kleines Aquarium ist nicht automatisch einfacher. Die Größe sollte zum geplanten Besatz, zum Standort und zu den eigenen Möglichkeiten passen.
Wie groß sollte ein Meerwasseraquarium sein?
Das hängt vom geplanten Besatz und Riffaufbau ab. Für sehr kleine Riffsysteme können 60 bis 100 Liter ausreichen, während größere Fisch- und Riffkonzepte deutlich mehr Volumen benötigen.
Wie viele Fische passen in ein 200-Liter-Meerwasseraquarium?
Das lässt sich nicht pauschal anhand der Literzahl bestimmen. Entscheidend sind die ausgewachsenen Größen, Schwimmräume und Verhaltensweisen der einzelnen Arten.
Wie viele Fische passen in ein 300-Liter-Meerwasseraquarium?
Auch bei 300 Litern gibt es keine feste Anzahl. Die konkrete Zusammensetzung des Besatzes ist entscheidend.
Welche Fische eignen sich für ein 300-Liter-Meerwasseraquarium?
Das hängt von den gewünschten Arten und deren Anforderungen ab. Vor der Auswahl sollte immer die ausgewachsene Größe und das Schwimmverhalten berücksichtigt werden.
Was kostet ein 300-Liter-Meerwasseraquarium?
Die Kosten hängen stark von Aquarium, Technik, Beleuchtung, Riffmaterial und Besatz ab. Eine konkrete Budgetplanung folgt in MW-042 – Was kostet der Einstieg in die Meerwasseraquaristik?
Was kostet ein 500-Liter-Meerwasseraquarium?
Das lässt sich nicht seriös mit einem einzigen Betrag beantworten. Bei 500 Litern müssen neben dem Aquarium insbesondere Technik, Beleuchtung, Strömung, Riffmaterial und laufende Kosten berücksichtigt werden.
Was kostet ein 1000-Liter-Meerwasseraquarium?
Ein 1000-Liter-System ist ein Großprojekt. Neben dem Becken müssen Technik, Statik, Beleuchtung, Wasseraufbereitung und laufende Kosten berücksichtigt werden.
Ist ein größeres Meerwasseraquarium einfacher?
Ein größeres Wasservolumen kann mehr Puffer und Gestaltungsspielraum bieten. Gleichzeitig steigen aber Technik-, Pflege-, Platz- und Kostenaufwand.
Sind mehr Liter automatisch besser?
Nein. Die Abmessungen, der Besatz und das geplante Riff sind genauso wichtig wie das Wasservolumen.
Wissenscheck
1. Was bestimmt die richtige Aquariengröße?
A) Nur die Literzahl
B) Nur der Preis
C) Besatz, Riffkonzept, Platz, Technik und Budget
D) Nur die Höhe
Richtige Antwort: C
2. Warum sind die Abmessungen wichtig?
A) Sie beeinflussen Schwimmraum und Riffaufbau
B) Sie sind unwichtig
C) Nur die Farbe des Aquariums hängt davon ab
D) Sie bestimmen den Salzgehalt
Richtige Antwort: A
3. Ist ein 300-Liter-Aquarium automatisch für mehr Fische geeignet als jedes 200-Liter-Aquarium?
A) Ja
B) Nein, die Fischarten und deren Anforderungen müssen berücksichtigt werden
C) Nur bei Korallen
D) Nur bei Nano-Fischen
Richtige Antwort: B
4. Warum wird bei 500 Litern der Standort besonders wichtig?
A) Weil das Aquarium leichter wird
B) Wegen Platzbedarf und Gesamtgewicht
C) Weil keine Technik benötigt wird
D) Weil weniger Wasser vorhanden ist
Richtige Antwort: B
5. Was sollte vor dem Kauf eines Aquariums feststehen?
A) Der geplante Besatz und das Riffkonzept
B) Nur die Farbe des Unterschranks
C) Nur die Marke
D) Nur die Beleuchtung
Richtige Antwort: A
6. Welche Größe bietet normalerweise mehr Gestaltungsspielraum?
A) 60 Liter
B) 100 Liter
C) 300 Liter
D) Das lässt sich nur anhand der Literzahl nie vollständig beurteilen, grundsätzlich bietet mehr Volumen aber mehr Möglichkeiten
Richtige Antwort: D
Nächster Artikel: MW034 – Nano oder großes Meerwasseraquarium?
Jetzt wissen wir, dass die Literzahl allein nicht entscheidet. Im nächsten Artikel vergleichen wir deshalb zwei grundlegend unterschiedliche Konzepte:
Nano-Meerwasseraquarium oder großes Meerwasseraquarium – was passt besser?
Dabei geht es um Platzbedarf, Stabilität, Besatz, Technik, Pflege, Kosten und die jeweiligen Vor- und Nachteile.
Weiter zu: MW-034 – Nano oder großes Meerwasseraquarium??
