Montipora – Arten, Pflege und Bestimmung

Montipora gehören zu den beliebtesten SPS-Korallen in der Meerwasseraquaristik. Kaum eine andere Korallengattung bietet eine vergleichbare Vielfalt an Farben, Wuchsformen und Zuchtvarianten. Ob als verzweigte Äste, elegante Platten oder flächig wachsende Krusten – Montipora bringen Struktur, Bewegung und intensive Farben in jedes Riffaquarium.

Viele Meerwasseraquarianer entscheiden sich bewusst für Montipora als erste SPS-Koralle. Der Grund ist einfach: Zahlreiche Arten wachsen schnell, lassen sich unkompliziert durch Ableger vermehren und gelten bei stabilen Wasserwerten als etwas toleranter als viele Acropora. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie anspruchslos sind. Auch Montipora benötigen konstante Wasserwerte, eine passende Beleuchtung und eine gute Strömung, um dauerhaft gesund zu wachsen.

In diesem Ratgeber erfährst du, was Montipora auszeichnet, welche Arten besonders beliebt sind, wie sie gepflegt werden und worauf du beim Kauf und der Haltung achten solltest. Außerdem zeigen wir dir typische Probleme und erklären, wie du sie vermeiden kannst.


Was ist eine Montipora?

Montipora ist eine Gattung kleinpolypiger Steinkorallen (SPS) aus der Familie der Acroporidae. In der Natur kommen sie im gesamten Indopazifik vor und wachsen dort auf flachen Riffen, an Riffhängen und in Lagunen. Je nach Art besiedeln sie Bereiche mit starker Sonneneinstrahlung und kräftiger Wasserbewegung oder etwas geschütztere Zonen mit weniger Licht.

Das Besondere an Montipora ist ihre enorme Vielfalt. Während manche Arten verzweigte Äste bilden, wachsen andere als tellerförmige Platten oder überziehen das Gestein mit einer festen Kalkkruste. Dadurch lassen sich mit verschiedenen Montipora-Arten ganz unterschiedliche Bereiche eines Riffaquariums gestalten.

Die kleinen Polypen verleihen den Korallen eine feine Struktur. Unter guten Bedingungen sind sie tagsüber geöffnet und sorgen gemeinsam mit den intensiven Farben für ein lebendiges Erscheinungsbild. Moderne LED-Beleuchtungen bringen insbesondere fluoreszierende Farbvarianten eindrucksvoll zur Geltung.


Warum sind Montipora so beliebt?

Montipora verbinden eine attraktive Optik mit vergleichsweise einfacher Haltung. Viele Arten wachsen deutlich schneller als andere SPS-Korallen und entwickeln bereits aus kleinen Ablegern innerhalb weniger Monate beeindruckende Kolonien.

Ein weiterer Grund ist die enorme Farbvielfalt. Neben klassischen grünen, roten oder orangefarbenen Arten existieren heute unzählige Aquakultur-Morphen mit außergewöhnlichen Farbkombinationen. Namen wie Forest Fire, Superman, Bubble Gum oder Mystic Sunset sind in der Meerwasseraquaristik längst etabliert und zählen zu den begehrtesten Zuchtformen.

Auch die unterschiedlichen Wuchsformen machen Montipora interessant. Verzweigte Arten schaffen Höhe im Aquarium, während Plattenformen eindrucksvolle Überhänge bilden. Krustenbildende Arten eignen sich hervorragend, um freie Bereiche des Riffaufbaus zu besiedeln und ein natürliches Gesamtbild entstehen zu lassen.


Welche Montipora-Arten gibt es?

Die Gattung Montipora umfasst weit über 80 wissenschaftlich beschriebene Arten. Im Meerwasseraquarium wird allerdings nur ein Teil davon regelmäßig gepflegt. Besonders beliebt sind Arten, die durch ihre Farben, ihr Wachstum oder ihre einfache Haltung überzeugen.

Zu den bekanntesten Arten gehören:

  • Montipora digitata

  • Montipora capricornis

  • Montipora setosa

  • Montipora danae

  • Montipora confusa

  • Montipora samarensis

  • Montipora hoffmeisteri

  • Montipora foliosa

  • Montipora undata

Viele Korallen im Handel tragen zusätzlich Fantasienamen. Diese beziehen sich meist auf eine bestimmte Farbform oder eine gezielt weitergezüchtete Aquakultur-Linie und nicht auf eine eigene Art.

Bekannte Beispiele sind:

  • Forest Fire

  • Superman

  • Rainbow

  • Bubble Gum

  • Mystic Sunset

  • Beach Bum

  • Pokerstar

  • Gold Rush

Nicht jede dieser Morphen ist eindeutig einer wissenschaftlichen Art zuzuordnen. Häufig unterscheiden sie sich lediglich durch ihre Farbgebung oder das Zuchtunternehmen, aus dem sie stammen.


Die verschiedenen Wuchsformen

Montipora gehören zu den abwechslungsreichsten Korallen überhaupt. Je nach Art entwickeln sie völlig unterschiedliche Wuchsformen.

Verzweigte Arten wie Montipora digitata wachsen in die Höhe und bilden mit der Zeit dichte Kolonien aus zahlreichen Ästen. Sie eignen sich hervorragend, um dem Riff mehr Struktur zu verleihen.

Plattenbildende Arten wie Montipora capricornis wachsen zunächst flach und entwickeln später große, geschwungene Teller. Diese können beeindruckende Überhänge bilden und gehören zu den auffälligsten Blickfängen im Aquarium.

Krustenbildende Montipora wachsen dagegen eng am Untergrund entlang und überziehen Steine oder Riffkeramik mit einer festen Kalkschicht. Einige Arten kombinieren mehrere Wuchsformen und verändern ihr Wachstum abhängig vom Standort und der Strömung.

Die richtige Platzierung im Aquarium spielt deshalb eine wichtige Rolle. Schnell wachsende Plattenformen benötigen ausreichend Platz, damit sie andere Korallen nicht überwachsen.