MW-220 – Meerwasserfische – Auswahl, Haltung und Vergesellschaftung
Meerwasserfische: Welche Arten passen in dein Aquarium?

Meerwasserfische gehören zu den faszinierendsten Bewohnern eines Riffaquariums. Ihre Farben, Verhaltensweisen und unterschiedlichen Lebensräume machen die Auswahl besonders spannend. Doch nicht jeder Fisch passt in jedes Aquarium. Manche Arten benötigen viel freien Schwimmraum, andere halten sich bevorzugt zwischen Riffgestein auf oder suchen am Bodengrund nach Nahrung.
Wer Meerwasserfische auswählen möchte, sollte deshalb nicht allein nach Farbe oder Größe des Jungtiers entscheiden. Wichtig sind vor allem die ausgewachsene Körpergröße, das natürliche Verhalten, die Ernährungsweise und die Anforderungen an das Aquarium. Auch die Verträglichkeit mit anderen Fischen, Korallen und Wirbellosen spielt eine entscheidende Rolle.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Fischgruppen im Meerwasseraquarium häufig gehalten werden, worauf du bei der Auswahl achten solltest und wie du einen langfristig passenden Fischbesatz planst.

1. Welche Meerwasserfische gibt es?
Die Meerwasseraquaristik umfasst zahlreiche Fischfamilien mit unterschiedlichen Ansprüchen. Einige Arten schwimmen überwiegend im freien Wasser, andere nutzen das Riffgestein als Rückzugsort. Wieder andere leben in Bodennähe oder sind auf besondere Nahrungsquellen angewiesen.
Die folgende Übersicht hilft dir, die wichtigsten Fischgruppen einzuordnen. Welche Art tatsächlich geeignet ist, muss anschließend anhand ihrer individuellen Bedürfnisse geprüft werden.
Doktorfische

Doktorfische sind häufig aktive Schwimmer und benötigen je nach Art viel freien Schwimmraum. Viele Arten nehmen Algen und andere pflanzliche Futterbestandteile auf. Ihre Endgröße, ihr Bewegungsdrang und ihre Ernährungsansprüche müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Doktorfische sollten nicht allein deshalb ausgewählt werden, weil ein Jungtier klein erscheint. Entscheidend ist, ob das Aquarium langfristig ausreichend Platz und geeignete Bedingungen bietet.
Weiterführend: MW-223 – Doktorfische im Meerwasseraquarium: Haltung und Arten
Grundeln

Grundeln sind eine vielfältige Fischgruppe. Viele Arten halten sich in Bodennähe auf und nutzen Sand, Höhlen oder kleine Spalten als Lebensraum. Ihre Ansprüche unterscheiden sich deutlich: Während einige Arten relativ standorttreu leben, benötigen andere besondere Bedingungen oder geeignete Partner.
Vor der Auswahl solltest du klären, ob die Art einen bestimmten Bodengrund, besondere Rückzugsmöglichkeiten oder eine spezielle Ernährung benötigt.
Weiterführend: MW-224 – Grundeln im Meerwasseraquarium: Haltung und Vergesellschaftung
Lippfische

Lippfische unterscheiden sich hinsichtlich Größe, Verhalten und Ernährung teilweise erheblich. Einige Arten schlafen im Sand oder nutzen ihn als Rückzugsort. Andere schwimmen aktiv durch das Aquarium oder ernähren sich von kleinen Wirbellosen.
Besonders wichtig sind die artspezifischen Anforderungen an den Bodengrund, die Fütterung und die Riffsicherheit. Nicht jeder Lippfisch ist für jedes Riffaquarium geeignet.
Weiterführend: MW-225 – Lippfische im Meerwasseraquarium: Arten, Haltung und Besonderheiten
Zwergkaiser und Kaiserfische

Kaiserfische umfassen Arten mit unterschiedlichen Platz- und Ernährungsansprüchen. Auch Zwergkaiser sind nicht automatisch vollständig riffsicher. Manche Tiere können an Korallen oder anderen Wirbellosen fressen.
Vor der Anschaffung sollten die ausgewachsene Größe, die benötigte Schwimmfläche und die Verträglichkeit mit dem geplanten Korallenbesatz geprüft werden.
Weiterführend:
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MW-226 – Zwergkaiser im Meerwasseraquarium: Haltung und Risiken
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MW-227 – Kaiserfische im Meerwasseraquarium: Haltung und Beckengröße
Clownfische

Clownfische sind bekannte Bewohner von Riffaquarien. Viele Arten können enge Beziehungen zu Seeanemonen entwickeln. Eine Anemone ist jedoch nicht grundsätzlich Voraussetzung dafür, Clownfische zu halten.
Wichtig sind geeignete Haltungsbedingungen, eine passende Sozialstruktur und die Verträglichkeit mit anderen Beckenbewohnern. Auch das Verhalten kann sich mit zunehmendem Alter und bei der Paarbildung verändern.
Weiterführend: MW-228 – Clownfische im Meerwasseraquarium: Haltung und Anemonen
Riffbarsche

Riffbarsche sind häufig klein, können aber ausgeprägtes Territorialverhalten zeigen. Manche Arten verteidigen ihren Bereich energisch und bedrängen andere Fische. Ihre geringe Körpergröße ist deshalb kein zuverlässiger Hinweis auf ihre Verträglichkeit.
Bei der Auswahl sollten sowohl die Eigenschaften der konkreten Art als auch die Zusammensetzung des übrigen Besatzes berücksichtigt werden.
Weiterführend: MW-229 – Riffbarsche im Meerwasseraquarium: Verhalten und Vergesellschaftung
Kardinalbarsche

Kardinalbarsche sind eine weitere Fischgruppe, bei der Sozialverhalten und Gruppenzusammensetzung berücksichtigt werden sollten. Die Bedürfnisse unterscheiden sich je nach Art. Daher sollte nicht automatisch angenommen werden, dass jeder Kardinalbarsch in beliebig großen Gruppen gehalten werden kann.
Weiterführend: MW-230 – Kardinalbarsche im Meerwasseraquarium: Haltung und Gruppenverhalten
Schleimfische und Blennies

Viele Schleimfische nutzen Gestein, Spalten und Oberflächen als Aufenthalts- und Nahrungsbereiche. Ihre Ernährungsweisen unterscheiden sich erheblich. Bei algenfressenden Arten muss beispielsweise geprüft werden, ob das Aquarium genügend geeignete Nahrung bietet.
Weiterführend: MW-231 – Schleimfische und Blennies: Haltung und Ernährung
Mandarinfische

Mandarinfische sind für ihre auffällige Färbung bekannt. Viele ernähren sich überwiegend von kleinen Krebstieren und anderen Organismen der Mikrofauna. Ein Aquarium muss deshalb nicht nur optisch geeignet sein, sondern auch eine ausreichende Nahrungsgrundlage bieten.
Die langfristige Futterversorgung sollte vor der Auswahl geklärt werden. Ein schönes Aquarium allein garantiert nicht, dass ein spezialisierter Nahrungssucher ausreichend Futter findet.
Weiterführend: MW-232 – Mandarinfische: Haltung, Nahrung und Mikrofauna
2. Welche Meerwasserfische passen zu deinem Aquarium?
Die Auswahl geeigneter Meerwasserfische beginnt mit dem vorhandenen oder geplanten Aquarium – nicht mit dem Wunsch nach einer bestimmten Farbe oder Art.

Beckengröße und Schwimmraum
Das Wasservolumen allein reicht nicht aus, um die Eignung einer Fischart zu beurteilen. Auch die Länge und Breite des Aquariums, die freie Schwimmfläche, die Struktur des Riffgesteins und die ausgewachsene Körpergröße sind entscheidend.
Ein aktiver Schwimmer benötigt andere Bedingungen als ein Fisch, der überwiegend zwischen Gesteinsspalten lebt. Eine große Menge Riffgestein kann außerdem den tatsächlich verfügbaren Schwimmraum reduzieren.
Verwende deshalb keine pauschale Regel wie „so viele Zentimeter Fisch pro Liter“. Die Anforderungen müssen für jede Art einzeln geprüft werden.
Für die konkrete Planung helfen dir diese Ratgeber:
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MW-221 – Fischbesatz planen: Größe, Anzahl und Besatzreihenfolge
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MW-233 – Kleine Meerwasserfische für Nano- und mittlere Aquarien

Einrichtung und Rückzugsmöglichkeiten
Riffgestein bietet vielen Fischen Verstecke, Schlafplätze und Reviergrenzen. Die Einrichtung sollte so geplant werden, dass Rückzugsorte vorhanden sind und zugleich ausreichend freie Schwimmflächen bleiben.
Auch der Bodengrund kann entscheidend sein. Manche Arten suchen darin nach Nahrung oder graben sich zum Schlafen ein. Andere benötigen vor allem Höhlen und Felsspalten.
Die Einrichtung muss daher zu den ausgewählten Fischarten passen. Sie sollte nicht erst nachträglich an Tiere angepasst werden, deren Bedürfnisse bei der Planung übersehen wurden.
Wasserqualität und Technik
Meerwasserfische benötigen stabile, für ihre Art geeignete Wasserbedingungen. Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoffversorgung und die Belastung des Wassers durch Futterreste und Ausscheidungen müssen zum Besatz passen.
Zur grundlegenden Ausstattung eines Meerwasseraquariums gehören je nach System eine geeignete Filterung, ausreichende Wasserbewegung und zuverlässige Möglichkeiten zur Kontrolle der Wasserwerte. In Riffaquarien kommen weitere Anforderungen hinzu, beispielsweise an Beleuchtung und die Versorgung der Korallen.
Die technische Ausstattung muss zum gesamten System passen. Entscheidend ist nicht, möglichst viel Technik einzusetzen, sondern die benötigten Funktionen zuverlässig abzudecken.
Weitere Grundlagen findest du in MW-001 – Meerwasseraquarium – Der komplette Einstieg für Anfänger.
3. Meerwasserfische vergesellschaften: Welche Arten passen zusammen?
Ein Fisch kann für sich betrachtet gut haltbar sein und trotzdem nicht in einen bestimmten Besatz passen. Bei der Vergesellschaftung müssen sowohl die Bedürfnisse jeder einzelnen Art als auch die Wechselwirkungen zwischen den Tieren berücksichtigt werden.
![[INFOGRAFIK-PLATZHALTER 3 – KOMPATIBILITÄT PRÜFEN] Inhalt: Eine Prüfliste mit Territorialverhalten, Körpergröße, Sozialstruktur, Ernährung und Riffsicherheit. Alt-Text: Kriterien zur Prüfung der Verträglichkeit von Meerwasserfischen.](https://cdn.shopify.com/s/files/1/0798/2694/4327/files/Kompatibilitaet_pruefen__Meerwasserfische_im_Riffaquarium.png?v=1793126719)
Wichtige Kriterien sind:
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Territorialverhalten: Verteidigt eine Art einen bestimmten Bereich oder greift sie andere Fische an?
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Körpergröße: Könnte ein größerer Fisch kleinere Tiere als Beute betrachten?
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Schwimmverhalten: Benötigen die Arten dieselben Bereiche oder ausreichend getrennte Lebensräume?
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Sozialstruktur: Werden die Tiere einzeln, paarweise oder in Gruppen gehalten?
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Ernährung: Können alle Tiere ausreichend Nahrung aufnehmen, ohne dauerhaft verdrängt zu werden?
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Riffsicherheit: Sind Korallen und andere Wirbellose durch die ausgewählten Fische gefährdet?
Auch eine Kombination, die zunächst ruhig erscheint, kann später problematisch werden. Mit zunehmendem Wachstum oder bei der Ausbildung von Revieren kann sich das Verhalten verändern.
Die passende Vertiefung findest du in MW-222 – Fische vergesellschaften: Kompatibilität, Reviere und Sozialverhalten.
4. Sind Meerwasserfische riffsicher?

Der Begriff „riffsicher“ wird verwendet, wenn eine Fischart im Hinblick auf Korallen und andere Wirbellose als geeignet für ein Riffaquarium gilt. Er ist jedoch keine Garantie dafür, dass ein Tier niemals an Korallen, Muscheln, Garnelen oder anderen Beckenbewohnern frisst.
Die tatsächliche Eignung hängt von der Art, ihrer Ernährung, dem vorhandenen Besatz und teilweise auch vom individuellen Verhalten ab.
Vor der Auswahl solltest du klären:
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Frisst die Art bevorzugt Algen, Plankton, kleine Wirbellose oder andere Tiere?
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Sind Korallen oder bestimmte Wirbellose als Nahrung gefährdet?
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Gibt es bekannte Einschränkungen bei der Haltung in einem Korallenriffaquarium?
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Welche Erfahrungen liegen zur konkreten Art vor?
Besonders bei Kaiserfischen, Zwergkaisern und anderen Arten mit potenziell problematischem Fressverhalten ist eine differenzierte Prüfung wichtig.
Für die Planung nach Beckentyp eignet sich außerdem MW-234 – Fischbesatz für SPS-, LPS- und Mischbecken.
5. Was fressen Meerwasserfische?
Die Ernährung unterscheidet sich je nach Fischart erheblich. Viele Meerwasserfische benötigen eine abwechslungsreiche Ernährung, während spezialisierte Arten besondere Nahrungsquellen voraussetzen.

Zu den möglichen Futterformen gehören je nach Art:
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hochwertiges Trockenfutter,
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Frostfutter,
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geeignetes Lebendfutter,
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pflanzliche Futterbestandteile und Algen,
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natürliche Kleinstlebewesen im Aquarium.
Entscheidend ist nicht allein, welches Futter angeboten wird, sondern ob es den Ernährungsbedürfnissen der jeweiligen Art entspricht. Auch Futtergröße, Fressverhalten und Konkurrenz am Futterplatz spielen eine Rolle.
Beobachte, ob alle Tiere tatsächlich fressen. Wird ein Fisch regelmäßig verdrängt, nimmt er trotz ausreichender Futtermenge im Aquarium möglicherweise zu wenig Nahrung auf.
Zu viel Futter ist ebenfalls problematisch: Nicht gefressene Reste belasten das Wasser und können die Wasserqualität beeinträchtigen.
6. Wie viele Meerwasserfische passen in ein Aquarium?
Eine pauschale Anzahl lässt sich nicht seriös für jedes Aquarium festlegen. Entscheidend sind unter anderem die Arten, ihre ausgewachsene Größe, ihr Verhalten, der Sauerstoffbedarf, die Filterleistung und die Stabilität des gesamten Systems.
Zwei kleine, ruhige Fische können andere Anforderungen stellen als zwei große, aktive oder territoriale Arten. Auch die notwendige Gruppengröße einer Art muss berücksichtigt werden.

Plane den Besatz deshalb schrittweise:
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Lege fest, welche Fischarten grundsätzlich infrage kommen.
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Prüfe die Anforderungen jeder Art und die gegenseitige Verträglichkeit.
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Berücksichtige die ausgewachsene Größe und den verfügbaren Schwimmraum.
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Stelle sicher, dass Technik und Wasserqualität zum geplanten Besatz passen.
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Ergänze Tiere nicht schneller, als das Aquarium die zusätzliche Belastung verkraften kann.
Eine Überbesetzung erhöht das Risiko für Stress, Konkurrenz und Probleme mit der Wasserqualität. Weitere Hinweise findest du in MW-235 – Überbesatz im Meerwasseraquarium: Erkennen und vermeiden.
7. Neue Meerwasserfische richtig einsetzen
Die Vorbereitung endet nicht mit der Auswahl einer passenden Art. Auch Transport, Eingewöhnung und Gesundheitskontrolle sind wichtig.

Vor dem Einsetzen sollte das Aquarium stabil laufen und für die ausgewählten Tiere geeignet sein. Neue Fische sollten möglichst stressarm transportiert und entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Art akklimatisiert werden.
Eine Quarantäne kann helfen, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und das Risiko einer Einschleppung von Krankheitserregern in den bestehenden Bestand zu reduzieren. Das konkrete Vorgehen muss zum Tier und zum geplanten System passen.
Weiterführende Ratgeber:
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MW-236 – Fische richtig einsetzen: Eingewöhnung und Akklimatisation
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MW-238 – Fischkrankheiten erkennen: Erste Anzeichen und Diagnose
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MW-239 – Parasiten bei Meerwasserfischen: Überblick und Vorgehen
8. Meerwasserfische für Anfänger
Wer neu in der Meerwasseraquaristik ist, sollte nicht nur nach vermeintlich pflegeleichten Arten suchen. Auch die Anforderungen an das Aquarium, die Fütterung und die Vergesellschaftung müssen zum eigenen Erfahrungsstand passen.
Ein geeigneter Fisch sollte unter den vorgesehenen Bedingungen langfristig artgerecht gehalten werden können. Eine kleine Körpergröße oder ein ruhiges Verhalten allein machen eine Art nicht automatisch anfängergeeignet.
Wenn du gerade erst mit der Meerwasseraquaristik beginnst, findest du in unserem separaten Ratgeber weitere Hinweise:
MW-009 – Welche Fischarten eignen sich für Anfänger?
9. Häufige Fragen zu Meerwasserfischen
Welche Meerwasserfische gibt es?
Zu den häufig gehaltenen Gruppen gehören unter anderem Doktorfische, Grundeln, Lippfische, Kaiserfische, Clownfische, Riffbarsche, Kardinalbarsche, Schleimfische und Mandarinfische. Die Arten unterscheiden sich hinsichtlich Größe, Verhalten, Ernährung und Haltungsanforderungen.
Welche Meerwasserfische eignen sich für kleine Aquarien?
Das hängt von der konkreten Art und den Abmessungen des Beckens ab. Neben der Körpergröße sind Schwimmverhalten, Revieransprüche, Ernährung und Wasserstabilität entscheidend. Nicht jeder kleine Fisch eignet sich automatisch für ein Nano-Aquarium.
Können alle Meerwasserfische zusammen gehalten werden?
Nein. Manche Arten sind territorial, andere benötigen Gruppen oder besondere Rückzugsbereiche. Zusätzlich können sich Fische gegenseitig bedrängen oder kleinere Tiere als Beute betrachten. Jede Kombination muss einzeln geprüft werden.
Sind alle Meerwasserfische für Korallenbecken geeignet?
Nein. Einige Arten können Korallen oder andere Wirbellose schädigen beziehungsweise fressen. Auch bei grundsätzlich geeigneten Arten sind individuelle Unterschiede möglich.
Was fressen Meerwasserfische?
Je nach Art kommen Trockenfutter, Frostfutter, Lebendfutter, Algen oder natürliche Kleinstlebewesen infrage. Die Ernährung muss auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt werden.
Wie viele Fische kann ich in mein Meerwasseraquarium einsetzen?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Beckengröße, Schwimmraum, Arten, Endgröße, Sozialverhalten und technische Ausstattung bestimmen, welcher Besatz sinnvoll ist.
Worauf sollte ich vor dem Kauf eines Meerwasserfisches achten?
Informiere dich über die Endgröße, Ernährung, Wasseransprüche, Sozialstruktur und Verträglichkeit der Art. Prüfe außerdem, ob dein Aquarium bereits stabil läuft und langfristig geeignete Bedingungen bietet.
Fazit: Meerwasserfische passend zum Aquarium auswählen
Die Auswahl geeigneter Meerwasserfische beginnt mit den Bedürfnissen der Tiere. Beckengröße, Schwimmraum, Ernährung, Sozialverhalten und Riffsicherheit müssen gemeinsam betrachtet werden. Wer diese Faktoren vorab prüft, kann einen besser abgestimmten Besatz planen und vermeidet viele typische Haltungsprobleme.
Nutze die einzelnen Artenratgeber, um die Anforderungen konkreter Fischgruppen zu vergleichen. Für die weitere Planung helfen dir außerdem unsere Beiträge zu Fischbesatz, Vergesellschaftung, Eingewöhnung und Quarantäne.
Weiterführende Ratgeber:
Wissenscheck
Frage 1: Was ist vor dem Kauf eines Meerwasserfisches entscheidend?
A) Nur die Farbe
B) Art, Endgröße und Haltungsansprüche
C) Nur der Preis
D) Nur die aktuelle Größe
Antwort: B
Frage 2: Warum muss die Endgröße berücksichtigt werden?
A) Sie bestimmt nur die Färbung
B) Sie ist bei Jungfischen unwichtig
C) Sie beeinflusst langfristigen Platzbedarf und Haltung
D) Sie hängt nur vom Futter ab
Antwort: C
Frage 3: Was ist ein wichtiges Kriterium bei der Vergesellschaftung?
A) Verhalten und Raumnutzung
B) Ähnliche Farben
C) Gleicher Händler
D) Gleiche Transportzeit
Antwort: A
Frage 4: Warum sollte der Fischbesatz schrittweise geplant werden?
A) Damit keine Wasserwerte gemessen werden müssen
B) Damit alle Tiere gleichzeitig Stress haben
C) Weil Fische dann nicht wachsen
D) Um Belastung und soziale Reaktionen kontrollieren zu können
Antwort: D
Frage 5: Was kann auf Stress hinweisen?
A) Normales Fressen
B) Anhaltendes Verstecken, schnelle Atmung oder Futterverweigerung
C) Ruhiges Erkunden
D) Normales Schwimmen
Antwort: B
Frage 6: Was ist bei Nahrungsspezialisten zu prüfen?
A) Nur die Körperfarbe
B) Nur die Beckentiefe
C) Ob die passende Nahrung dauerhaft verfügbar ist
D) Nur die Beleuchtungsdauer
Antwort: C
Frage 7: Ist eine Händlerangabe zur Riffverträglichkeit eine Garantie?
A) Nein, das Verhalten muss individuell beobachtet werden
B) Ja, immer
C) Nur bei Jungtieren
D) Nur bei SPS-Becken
Antwort: A
Frage 8: Was sollte vor dem Einsetzen vorbereitet werden?
A) Nur das Futter
B) Nur die Beleuchtung
C) Nur ein Kescher
D) Geeignete Wasserbedingungen, Rückzugsorte und Eingewöhnung
Antwort: D
Frage 9: Warum ist Quarantäne sinnvoll?
A) Sie macht Wasserwechsel unnötig
B) Sie ermöglicht getrennte Beobachtung neuer Fische
C) Sie ersetzt die Filterung
D) Sie garantiert Parasitenfreiheit
Antwort: B
Frage 10: Was ist die Grundlage eines verantwortungsvollen Fischbesatzes?
A) Möglichst viele Arten
B) Nur die Optik
C) Artgerechte Haltung und langfristige Eignung des Systems
D) Nur der Kaufpreis
Antwort: C
